Pandemiejahr 2020Heilmittelbericht: Weniger Behandlungen, Umsätze gestiegen

Im Pandemiejahr 2020 gab es weniger Behandlungen im Heilmittelbereich. Gleichzeitig wurden höhere Umsätze erzielt, so ein Fazit aus dem Heilmittelbericht des WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK).

Die gestiegenen Umsätze im Heilmittel-Bereich führt das WIdO auf gesetzliche Neuregelungen durch das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) zurück. 2020 seien 9,3 Milliarden Euro für Heilmitteltherapien abgerechnet worden, der Heilmittelumsatz habe sich gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Prozent erhöht.

Je 1.000 GKV-Versicherte seien 2020 596 Leistungen abgerechnet worden, 5,2 Prozent weniger als im Vorjahr.

Obwohl es infolge der Pandemie einen Rückgang von 4,4 Behandlungen pro GKV-Versicherten im Jahr 2019 auf 4,1 Behandlungen im “Corona-Jahr” 2020 gab, stieg der durchschnittliche Pro-Kopf-Umsatz im gleichen Zeitraum von 120,70 Euro auf 126,90 Euro je GKV-Versicherten, so das WIdO. “Es gab also insgesamt mehr Geld für weniger Behandlungen.

Hinzu kamen noch Mittel aus dem Rettungsschirm für Heilmittelerbringer in Höhe von 814,5 Millionen Euro, die 2020 zum Ausgleich zunächst erwarteter, aber dann doch nicht eingetretener Umsatzeinbrüche infolge der Pandemie an die Heilmittel-Praxen gezahlt wurden und die nicht in die Berechnung eingeflossen sind”, erklärt der stellvertretende WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder.

Für den Heilmittelbericht 2021/2022 hat das WIdO nach eigenen Angaben rund 43,8 Millionen Heilmittelleistungen ausgewertet, die 2020 zu Lasten der GKV abgerechnet wurden. red

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