Vom Facharzt zum HausarztQuereinstieg soll in NRW leichter werden

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerium will nicht auf die Effekte der Landarztquote warten: Um kurzfristig Hausärzte zu gewinnen, will man nun den Quereinstieg erleichtern. Der Deutsche Hausärzteverband betont: Die hohen Qualitätsstandards in der allgemeinmedizinischen Weiterbildung dürfen nicht unterlaufen werden.

Wie ist der Zustand? Um dem Hausarztmangel vorzubeugen, setzt NRW auf den Quereinstieg aus anderen Fachrichtungen.

Düsseldorf. Im Kampf gegen den Hausarztmangel sollen in Nordrhein-Westfalen künftig verstärkt Krankenhaus- und Fachärzte als Quereinsteiger angeworben werden. Eine dazu Anfang September veröffentlichte gemeinsame Vereinbarung des Landesgesundheitsministeriums, der Kassenärztlichen Vereinigungen, der Ärztekammern sowie den gesetzlichen Krankenkassen in Nordrhein-Westfalen wird vom Deutschen Hausärzteverband kritisch bewertet: Die Förderung des Quereinstiegs sei prinzipiell zwar ein sinnvoller Ansatz. Die konkrete Umsetzung gehe jedoch in die “völlig falsche Richtung”: “Wir lehnen es entschieden ab, wenn die hohen Qualitätsstandards in der allgemeinmedizinischen Weiterbildung herabgesetzt werden”, betonte Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbands, am Donnerstag (6. September) in einer Mitteilung.

Der Wechsel in den Hausarztjob soll künftig durch finanzielle Anreize attraktiver werden. Die finanziellen Einbußen in der Anfangszeit würden weitgehend ausgeglichen, teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Dienstag (4. September) mit. Das Angebot richtet sich vor allem an Allgemeininternisten, aber auch an Fachärzte für Anästhesiologie und Chirurgie. Quereinsteiger können künftig ein bis zwei Jahre lang eine finanzielle Förderung von bis zu 9.000 Euro pro Monat erhalten. Profitieren von dem Programm sollen zunächst kleinere Kommunen mit bis zu 40.000 Einwohnern. Wird die Weiterbildung oder Qualifikation zum Hausarzt in einer Region absolviert, die schon heute unterversorgt oder von Unterversorgung bedroht ist, schießt das Land weitere 500 Euro monatlich hinzu.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hofft, durch das neue Quereinsteiger-Angebot kurzfristig zusätzliche Hausärzte gewinnen zu können, bevor längerfristige Programme wie die Landarztquote im Medizinstudium greifen.

Zwölf Monate Weiterbildung versus 24 Monate

Der Hausärzteverband kritisiert vor allem die verkürzte Weiterbildungszeit, die das Programm vorsieht: Demnach sollen zukünftig Ärztinnen und Ärzte, die bisher ausschließlich im Krankenhaus tätig waren, nach zwölf Monaten in der ambulanten Weiterbildung den Facharzt für Allgemeinmedizin erwerben und hausärztlich tätig sein können. Zum Vergleich: Junge Ärzte in der regulären Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin sind verpflichtet, mindestens 24 Monate in einer hausärztlichen Weiterbildungspraxis zu absolvieren. Weigeldt betont dabei, dass der “Titel des Facharztes für Allgemeinmedizin nicht im Schnellverfahren vergeben werden” kann. “Hierfür sind ganz andere Kompetenzen gefragt!”

Dass die Ärztekammern und die Kassenärztlichen Vereinigungen im Land das Konzept mittragen, ist für Weigeldt inakzeptabel. “Sie konterkarieren damit die Beschlüsse des Deutschen Ärztetages zur Sicherung der Qualität der hausärztlichen Versorgung durch die Stärkung der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin.”

Mit der Verabschiedung der Musterweiterbildungsordnung-Novelle hatte der Deutsche Ärztetag im Mai ein Dekaden-Projekt abgeschlossen. Die Weiterbildung für Allgemeinmedizin wird demnach weiter 60 Monate umfassen. Neu ist, dass 24 Monate verpflichtend in allgemeinmedizinischen Praxen stattfinden. Der Deutsche Hausärzteverband hat sich lange dafür eingesetzt, dass die Kompetenzen eines Facharztes für Allgemeinmedizin auch in einer allgemeinärztlichen Praxis vermittelt werden.

 

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