Deutscher Hausärzteverband“Ärzte müssen hinter der Gematik aufräumen”

Die aktuelle Störung der Telematikinfrastruktur (TI) ist für Hausärzte-Chef Ulrich Weigeldt ein weiterer Beleg für die Probleme, die diese für Hausarztpraxen mit sich bringt: Mehraufwand, Kosten und drohende "unsinnige" Sanktionen.

Die aktuelle Störung der Telematikinfrastruktur (TI) ist für Hausärzte-Chef Ulrich Weigeldt ein weiterer Beleg für die Probleme, die diese für Hausarztpraxen mit sich bringt: Mehraufwand, Kosten und drohende "unsinnige" Sanktionen.
Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbands.© Georg Lopata Axentis.de

Berlin. Angesichts der aktuellen Störung der Telematikinfrastruktur (TI) kritisiert der Deutsche Hausärzteverband die „Unannehmlichkeiten“ sowie entstehende Kosten, die die TI Ärztinnen und Ärzten bereitet. „Die aktuelle Störung beim Online-Abgleich der Versichertenstammdaten zeigt mal wieder, was bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen schiefläuft“, unterstreicht Bundesvorsitzender Ulrich Weigeldt in einem am Mittwoch (10. Juni) versendeten Rundbrief.

In vielen Praxen ist seit 27. Mai keine Verbindung in die TI und damit auch kein Onlineabgleich von Versichertenstammdaten möglich. Die Betreibergesellschaft Gematik hatte Ärzte daher um Mithilfe bei der Behebung gebeten. Sie sollten, wenn sie von der Störung betroffen oder darüber ungewiss sind, ihren IT-Dienstleister kontaktieren.

“Welche Ärzte betroffen sind, ist weiterhin unbekannt”, kritisiert Weigeldt. “Meist wissen es nicht einmal die betroffenen Praxen selbst, weil die Fehlermeldungen so unklar sind.” Lediglich die Compugroup Medical (CGM) als “Platzhirsch” des Konnektoren-Marktes hat am Montag (8. Juni) bereits Entwarnung gegeben. Den Angaben zufolge laufe der Betrieb in Praxen, die die CGM-eigene KoCoBox MED+ als Konnektor verbaut haben, in “mehr als 99 Prozent” der Fälle problemlos.

Beleg für “Unsinnigkeit der Sanktionen”

Für den Deutschen Hausärzteverband verdeutlicht die aktuelle Störung, “wie viele Unannehmlichkeiten die TI der Ärzteschaft bereitet”. “Letztlich bleibt es auch hier an den Ärztinnen und Ärzten hängen, die Versäumnisse und technologischen Störungen der Gematik aufzuräumen.” Darüber hinaus kritisiert Weigeldt in seinem Rundbrief an die Verbandsmitglieder Unklarheiten bei der Kostenübernahme zur Beseitigung der aktuellen Störung. Zudem stünden in den nächsten zwölf Monaten zwei Software-Updates der Konnektoren an, “die sicher wieder Kosten auslösen werden”, erinnert er.

Darüber hinaus kritisiert Weigeldt einmal mehr die “Unsinnigkeit der Sanktionen”. Bereits im Zuge des flächendeckenden Anschlusses an die TI, der aufgrund der Lieferschwierigkeiten der Industrie zunächst nur stockend angelaufen war, hatte sich der Deutsche Hausärzteverband deutlich gegen diese gestemmt. “Es bringt überhaupt nichts, die Nutzer zu sanktionieren, wenn die Verantwortlichen nicht liefern können oder die Gematik als Systembetreiber Fehler macht!”

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