Masterplan Medizinstudium 2020Hausärzte-Chef kritisiert Ignoranz von Dekanen

Ein Gastbeitrag mehrerer Uni-Vertreter stößt auf Unverständnis: Dass sie öffentlich gegen die Umsetzung des Masterplans Medizinstudium 2020 wettern, kritisiert Hausärzte-Chef Ulrich Weigeldt scharf. Auch die neue Regierung sieht die Notwendigkeit einer schnellen Studienreform.

Ein Gastbeitrag mehrerer Uni-Vertreter stößt auf Unverständnis: Dass sie öffentlich gegen die Umsetzung des Masterplans Medizinstudium 2020 wettern, kritisiert Hausärzte-Chef Ulrich Weigeldt scharf. Auch die neue Regierung sieht die Notwendigkeit einer schnellen Studienreform.
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Berlin. Dass sich mehrere Dekane und Studiendekane Medizinischer Fakultäten öffentlich gegen eine Umsetzung des Masterplans Medizinstudium 2020 ausgesprochen haben, weist Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, scharf zurück. „Es ist besorgniserregend, wie es sich universitäre Führungskräfte in den althergebrachten Strukturen bequem machen und dabei ihre Verantwortung für die medizinische Versorgung der Zukunft ignorieren“, erklärt Weigeldt.

Er hat damit auf einen Gastbeitrag der Dekane in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (28. März) reagiert. Als nicht notwendige „staatliche Zwangsregulierung“ wird der vor über einem Jahr beschlossene Masterplan Medizinstudium 2020 darin in weiten Teilen zurückgewiesen. „Tatsächlich haben die Medizinischen Fakultäten die ärztliche Ausbildung in den letzten Jahren stark intensiviert und an den im Beruf geforderten Kompetenzen ausgerichtet.“ Dass Ärzte auf dem Land fehlten, liege vielmehr an den wenig attraktiven Rahmenbedingungen für die ärztliche Tätigkeit als an Mängeln in der medizinischen Ausbildung.

Allgemeinmedizin zu lang stiefmütterlich behandelt

Weigeldt kontert diese Ansicht deutlich: „Die Allgemeinmedizin hat jahrzehntelang an den meisten medizinischen Fakultäten kaum eine Rolle gespielt. Stattdessen wurde auf die Arbeit der Hausärztinnen und Hausärzte allzu häufig mit Arroganz geblickt. Zu behaupten, dass diese Haltung an vielen Universitäten nichts oder nur wenig mit der Tatsache zu tun hat, dass sich zu wenig Absolventen für die hausärztliche Tätigkeit interessieren, ist schlichtweg realitätsfern.“

Die eingerichteten Lehrstühle für Allgemeinmedizin verfügten darüber hinaus nicht über die notwendige Ausstattung, erinnert Weigeldt.

Koalitionsvertrag pocht auf zügige Umsetzung

Der Hausärzte-Chef unterstreicht mit seiner Kritik auch die Ansicht von Union und SPD. In ihrem Koalitionsvertrag haben die Regierungsparteien die zügige Umsetzung des Masterplans Medizinstudium 2020 festgehalten – eine Forderung, auf die auch der Deutsche Hausärzteverband immer wieder gepocht hat. „Wir legen auch in Zukunft Wert darauf, hoch motivierten und hervorragend ausgebildeten Nachwuchs in den Gesundheitsberufen zu gewinnen. Dazu müssen wir attraktive Ausbildungsmöglichkeiten schaffen“, heißt es im Koalitionsvertrag. „Den Masterplan Medizinstudium 2020 wollen wir insbesondere im Hinblick auf die Neuregelung des Studienzugangs, die Stärkung der Allgemeinmedizin sowie die Landarztquote zügig umsetzen. Dazu gehören auch mehr Medizinstudienplätze.“

„Öffentliche Universitäten, die vom Steuerzahler finanziert werden, können sich nicht von gesellschaftlichen Realitäten abkoppeln und stattdessen in ihren Elfenbeintürmen verharren“, betont Weigeldt. „Dieser entlarvende Gastbeitrag führender Universitätsvertreter sollte für die Politik Ansporn sein, den Masterplan Medizinstudium 2020 endlich mit Nachdruck umzusetzen.“

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