Deutscher ÄrztetagGrünes Licht für Notfall-Modellprojekte während Sprechzeiten

Mehr Personal, eine bessere Vernetzung der Versorgungsbereiche sowie deren Finanzierung: Der Deutsche Ärztetag hat am Donnerstag (10. Mai) acht Anträge zur Notfallversorgung abgestimmt.

Erfurt. Der Deutsche Ärztetag hat eine umfassende Neuausrichtung der vielerorts völlig überlasteten Notfallaufnahmen in Deutschland gefordert. Notwendig seien unter anderem mehr Personal, eine bessere Vernetzung der Versorgungsbereiche sowie deren sektorenübergreifende und extrabudgetäre Finanzierung. Außerdem müsse die Bevölkerung besser über die Versorgungsstrukturen in der Notfallversorgung sowie über deren Nutzung aufgeklärt werden. Entsprechend haben die Delegierten in Erfurt am Donnerstagmittag (10. Mai) über acht Anträge abgestimmt.

Die Abgeordneten sprachen sich – nach einer kontroversen Debatte – für die Möglichkeit einer ambulanten Notfallversorgung auch während der vertragsärztlichen Sprechstundenzeiten durch Notdienstpraxen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) im Rahmen von Modellprojekten aus. Dies könne etwa „an einzelnen ausgewählten Klinikstandorten nach Bedarf“ sein, heißt es im verabschiedeten Antrag, der mit Mehrheit angenommen wurde. „Die Umsetzung dieses Vorschlags trägt dazu bei, die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu entlasten.“

Der Entscheidung vorausgegangen war eine Debatte, in der auch diskutiert wurde, inwiefern das Aussprechen für solche „Modellversuche“ ein Öffnen ungewünschter Türen ermögliche. So warnten unter anderem Dr. Tilam Kaethner (Nidersachsen) und Hans-Detlef Dewitz (Berlin) vor entstehenden Doppelstrukturen parallel zur Versorgung in den Sprechstunden.

Dr. Heidrun Gitter, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer (BÄK), wies jedoch zurück, Realitäten zu verleugnen. „Wir müssen der Realität ins Auge sehen“, betonte sie. Es gebe viele Bürger, die – etwa neu in einer Stadt -, noch keinen Hausarzt haben. Da müssten entsprechende Angebote gemacht werden. So erzählte sie von Berichten von Notaufnahmen, die bereits mittags wegen Überlastung schließen müssten.

Die Ärzte, betonten sie am Donnerstag, wollen sich dieser Probleme mit annehmen. So wurde ein Antrag, der eine Lösung des Problems allein an die politisch Verantwortlichen abgeben wollte, abgelehnt.

Kritisch sieht der Ärztetag das kürzlich beschlossene Konzept des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) für ein gestuftes System von Notfallstrukturen an Krankenhäusern, das auf Grundlage definierter Kriterien für die Notfallversorgung Vergütungszuschläge und -abschläge vorsieht. Weder würden in dem Konzept regionale Besonderheiten berücksichtigt noch die komplexen Wechselwirkungen über Schnittstellen und Sektorengrenzen hinweg. Der Ärztetag forderte eine Wiederaufnahme des Beratungsprozesses „unter Einbeziehung der medizinischen Akteure“. Bis dahin sollte der Beschluss des G-BA ausgesetzt werden.

 

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