Deutscher Ärztetag 2016Dicke Brocken für KBV und BÄK

Knifflige Aufgaben stehen dieses Jahr vor und während des Deutschen Ärztetages an, der am Dienstag in Hamburg beginnt. Die KBV muss sich den Affären um Ex-Chef Köhler stellen und die BÄK-Spitze das Scheitern der GOÄ-Reform erklären.

Der kommenden Woche des Deutschen Ärztetages in Hamburg blicken viele Ärzte mit Sorge entgegen. Denn ihre mächtigsten Interessenvertretungen auf Bundesebene, Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Bundesärztekammer (BÄK), fahren derzeit beide durch sehr unruhige Gewässer.

Gerade die KBV und ihre Delegierten haben viel Arbeit vor sich, müssen sie doch am Montag bei der traditionellen KBV-Vertreterversammlung weitreichende Beschlüsse treffen. Tun sie dies nicht, will Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) einen Staatskommissar einsetzen, der die KBV überwacht. Dieser Beauftragte der Regierung würde an den Platz von Vorstand und Vertreterversammlung übernehmen.

Das Ministerium fordert von der KBV, die Unregelmäßigkeiten um den ehemaligen KBV-Vorsitzenden Dr. Andreas Köhler und die Beteiligungen an den Immobilien in der Wegelystraße zu klären. Im Interview mit dem hauseigenen Video-Kanal „kv-on“ zeigte sich KBV-Vorsitzender Dr. Andreas Gassen zu Beginn dieser Woche „sehr zuversichtlich, dass die Beschlüsse entsprechend getroffen werden“. Hierzu diskutieren die KBV-Delegierten am Montag hinter verschlossenen Türen. Gassen: „Ich habe keine wirkliche Sorge, dass der Staatskommissar wirklich in die KBV kommt.“

Zudem sollen die KBV-Delegierten Beschlüsse zum Konzept der Patientensteuerung fassen. Ein hoch brisanter Plan, schlägt die KBV doch vor, dass auch Spezialisten als erste Anlaufstelle für Patienten dienen könnten – und damit die Koordinierung im System übernehmen. Der Deutsche Hausärzteverband sieht darin die Gefahr, dass sich die Versorgung der Patienten qualitativ verschlechtern könnte, da nur Hausärzte auch für diese Koordinierung weitergebildet sind.

Deutscher Ärztetag stellt sich GOÄ-Debatte

Auch die BÄK-Spitze geht beim bevorstehenden Ärztetag knifflige Themen an. So muss Präsident Prof. Frank Ulrich Montgomery in der Diskussion um die GOÄ-Reform erklären, wie die Novelle auf der Zielgeraden doch noch gestoppt wurde. Kritisiert wurde etwa, dass die Bundesärztekammer nicht genug Ressourcen habe, um die Bewertungen der Abrechnungspositionen abschätzen und prüfen zu können. Auch ist Chef-Verhandler Dr. Theodor Windhorst zurückgetreten, die weiteren Gespräche wird nun Montgomery selbst übernehmen.

Unterstützt wird er vom neuen Vorsitzenden des Gebührenausschusses Dr. Klaus Reinhardt. Nun sollen auch noch einmal der bisherige Kompromiss auf den Prüfstand, etwa die Änderungen der Bundesärzteordnung und der Paragrafenteil.

Darüber hinaus hat die BÄK die Versorgung von Flüchtlingen als Thema auf die Tagesordnung gesetzt. Hier gibt es vor allem noch Mängel bei der Dokumentation und dem Übergang von der einen in die andere Versorgungsebene, etwa von Erstaufnahmeeinrichtungen in die ambulante Versorgung, wenn Flüchtlinge auf die Kommunen verteilt sind. Das kritisieren Prof. Martin Scherer vom UKE Hamburg und Prof. Joachim Szecsenyi vom Uniklinikum Heidelberg, wie sie im Gespräch mit „Der Hausarzt“ deutlich machen.

Wir berichten live von KBV-VV und Deutschem Ärztetag auf twitter unter dem #daet16 und facebook.

E-Mail-Adresse vergessen? Schreiben Sie uns.
Passwort vergessen? Sie können es zurücksetzen.
Nur wenn Sie sich sicher sind.

Sie haben noch kein Passwort?

Gleich registrieren ...

Für Hausärzte, VERAH® und ÄiW (Allgemeinmedizin und Innere Medizin mit hausärztlichem Schwerpunkt) ist der Zugang immer kostenfrei.

Mitglieder der Landesverbände im Deutschen Hausärzteverband profitieren außerdem von zahlreichen Extras.


Persönliche Daten

Ihr Beruf

Legitimation
Die Registrierung steht exklusiv ausgewählten Fachkreisen zur Verfügung. Damit Ihr Zugang freigeschaltet werden kann, bitten wir Sie, sich entweder mittels Ihrer EFN zu legitimieren oder einen geeigneten Berufsnachweis hochzuladen.
Einen Berufsnachweis benötigen wir zur Prüfung, wenn Sie sich nicht mittels EFN autorisieren können oder wollen.
Mitglied im Hausärzteverband
Mitglieder erhalten Zugriff auf weitere Inhalte und Tools.
Wir verifizieren Ihre Mitgliedschaft anschließend.

Newsletter
Sie stimmen zu, dass wir Ihre E-Mail-Adresse für diesen Zweck an unseren Dienstleister Mailjet übermitteln dürfen. Den Newsletter können Sie jederzeit wieder abbestellen.

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.

Auswahl
Alle der unten angegebenen Newsletter
Spicker, Checklisten und Medizin für die hausärztliche Praxis, berufspolitische News, sowie Neues aus Wissenschaft und Organisation
Inhalt und E-Paper neuer HAUSARZT-Ausgaben
Nachrichten aus der Industrie

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.

Auswahl ändern/abbestellen

Wenn Sie für Ihr bestehendes Newsletter-Abo andere Themen auswählen oder den Newsletter abbestellen wollen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an und wählen Sie die gewünschte Funktion. Wir senden Ihnen dann eine E-Mail zur Bestätigung.

Nach oben