Montgomery-NachfolgeVier Kandidaten in den Startlöchern

Wenn Prof. Frank Ulrich Montgomery in diesem Jahr sein Amt als Präsident der Bundesärztekammer (BÄK) abgibt, wird es spannend: Vier Ärzte bewerben sich um seine Nachfolge. Mit der Kandidatur von Dr. Martina Wenker könnte es eine Premiere an der BÄK-Spitze geben.

Bewerben sich um die Nachfolge von Montgomery (von links): Dr. Gerald Quitter, Dr. Günther Jonitz, Dr. Martina Wenker, Dr. Klaus Reinhardt.

Berlin/Hannover. Die Kandidatenliste für die Nachfolge von Prof. Frank Ulrich Montgomery wächst: Insgesamt vier Bewerber haben nun bereits offiziell Interesse an der Spitze der Bundesärztekammer (BÄK) bekundet. Ein Novum könnte dabei die am Mittwoch (6. März) bekanntgewordene Kandidatur von Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Dr. Martina Wenker mit sich bringen: Wenker wäre die erste Frau an der Spitze der Kammer. Viele Kolleginnen hätten sie darin bestärkt, sagte die 60-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Wenker ist seit acht Jahren bereits Vizepräsidentin in Berlin.

Montgomery tritt – wie auf dem Deutschen Ärztetag in Erfurt im Mai angekündigt – nach acht Jahren nicht erneut an, sondern fokussiert sich auf die europäische Ebene. Seit Mitte November ist Montgomery Präsident der Generalversammlung des Ständigen Ausschusses der Ärzte der europäischen Union (CPME).

Bisher haben neben Wenker drei Männer ihre Kandidatur für die Nachfolge angekündigt: der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Dr. Gerald Quitterer, der Allgemeinmediziner Dr. Klaus Reinhardt aus Bielefeld sowie Dr. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin. Dr. Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbands, hatte ausdrücklich begrüßt, dass sich Quitterer um die Nachfolge ins Rennen gebracht hat. „Wir freuen uns über die Kandidatur unseres Kollegen und unterstützen Dr. Quitterer als Hausarzt, aber auch als Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, in der er sich immer für die Belange aller Ärztinnen und Ärzte in Bayern eingesetzt hat.“ Obwohl er seit über 30 Jahren Landarzt sei, werde er im Fall seiner Wahl als Bundesärztekammerpräsident die Interessen aller rund 385.000 berufstätigen Ärzte vertreten, kündigte Quitterer an. Dabei wolle er auch für mehr Wertschätzung für Ärzte kämpfen.

Für Wenker seien die größten Herausforderungen der Zukunft, ausreichend ärztlichen Nachwuchs zu gewinnen sowie die Digitalisierung. “Das Thema Telemedizin nimmt schnell Fahrt auf.” Dort gehe es auch um ethische Aspekte. Das Amt in Berlin sieht Wenker zudem als Chance, auch auf Bundesebene für die Sicherstellung der Qualität von ärztlicher Behandlung zu streiten. Sie möchte die Versorgung von Schmerzpatienten verbessern und die palliativmedizinische Versorgung stärken, wie die Kammer in Hannover mitteilte. Die 60-Jährige ist seit 1997 Mitglied des Marburger Bundes Niedersachsen.

Ob nach Wenker weitere Bewerber Interesse an der Montgomery-Nachfolge anmelden werden, ist aktuell noch unklar. So wurde mitunter auch Dr. Susanne Johna, Mitglied im BÄK-Vorstand, als Kandidatin gehandelt. Der Vorsitzende des Marburger Bundes, Dr. Rudolf Henke, hat Medienberichten zufolge eine Kandidatur bisher offen gelassen.

Als erstes hatte der Allgemeinarzt und Vorsitzender des Hartmannbundes Dr. Klaus Reinhardt aus Nordrhein-Westfalen angekündigt, dass er sich um den Posten des BÄK-Präsidenten bewirbt. Für die Bundesärztekammer war Reinhardt mit der politisch heiklen Aufgabe beauftragt worden, die Federführung bei der Erarbeitung einer neuen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) zu übernehmen.

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