Auf ExpansionskursPrivater Hausbesuchs-Anbieter gerät in Kritik

Den Hausbesuch auf eigene Kosten bietet eine Frankfurter Firma an. Die Standesorganisationen sehen das kritisch - halten es teilweise sogar für illegal.

Hausbesuche als Geschäftsmodell? Das sehen KV und Kammer in Hessen kritisch.

Frankfurt/Main. “Wir helfen Ihnen jederzeit. Zu Hause, an Ihrem Arbeitsplatz oder im Hotel. Jetzt auch per Videosprechstunde”, wirbt ein Unternehmen, das Hausbesuche von Ärzten anbietet. Privatversicherte bekommen die Kosten erstattet, Kassenversicherte müssen zahlen. Vom Rhein-Main-Gebiet aus will die Firma Alpha-Ärzte bundesweit expandieren, wie Geschäftsführer Raphael Weiland sagt.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen ist von der Geschäftsidee der Alpha-Ärzte nicht begeistert: Es gebe schließlich einen Ärztlichen Bereitschaftsdienst. An den können sich Patienten wenden, wenn die Praxen geschlossen sind, also nachts und am Wochenende. Er ist bundesweit unter der Nummer 116117 erreichbar – und kostenlos. Der KV zufolge kommt es in etwa elf bis 13 Prozent der Kontakte im Bereitschaftsdienst zu einem Hausbesuch.

Lücke oder Geschäftsmodell?

Die Firma habe keine Lücke im Gesundheitssystem entdeckt, sondern ein Geschäftsmodell, sagt KV-Sprecher Karl Roth. Sie verdiene an der Bequemlichkeit der Menschen, die es sich leisten können. “Es gibt keine Versorgungslücke, es gibt nur eine Bequemlichkeitslücke – das ist ein Unterschied.”

Auch die Landesärztekammer Hessen meldet Zweifel an: “Nach der ärztlichen Berufsordnung müssen Ärzte, die Hausbesuche durchführen, niedergelassen sein. Die Ausübung ärztlicher Tätigkeit im Umherziehen ist berufswidrig”, sagt Sprecherin Katja Möhrle. Private Krankenversicherer zahlten ebenso nur bei niedergelassenen Ärzten. “Weitere Voraussetzung für die Übernahme der Kosten ist, dass es sich um eine medizinisch erforderliche Leistung handelt.”

Weiland sieht dies allerdings nicht als Problem. Die Alpha-Ärzte seien privatärztlich tätig und bräuchten deswegen keinen Sitz als Vertragsarzt. Die Ärzte besäßen eine Approbation, die Behandlung würde für den Hausarzt dokumentiert und nach GOÄ abgerechnet.

Digitalisierung als Treiber

Dienstleistungen für Privatversicherte und Selbstzahler seien im Kommen, sagt Thilo Kaltenbach, Gesundheitsexperte bei der Unternehmensberatung Roland Berger. “Sicherlich ist der Markt für diese Art von Diensten momentan noch sehr klein, doch dahinter steckt noch Potenzial.” Gerade die Digitalisierung im Gesundheitswesen könne solche Angebote fördern.

Darauf setzen auch die Alpha-Ärzte, sie wollen künftig mehr Videosprechstunden offerieren, meint Weiland. 2017 sind die Alpha-Ärzte in Frankfurt gestartet und dehnten ihr Angebot nach und nach auf Darmstadt, Offenbach, Wiesbaden und Mainz, 2018 auf Hamburg und den Raum Nürnberg/Erlangen/Fürth aus. Dieses Jahr sollen München, Köln, Düsseldorf und Berlin folgen. Das Team zähle 15 Ärzte, so Weiland. Für einen Hausbesuch samt Diagnose und Behandlung legten Selbstzahler höchstens 180 Euro auf den Tisch. “Der Anteil der Selbstzahler steigt stark”, sagt Weiland, derzeit liege er bei rund 20 Prozent.

Quelle: dpa/lhe

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