Coronavirus“Wirklich gutes Zwischenergebnis”

RKI-Präsident Wieler spricht von einem "wirklich guten Zwischenergebnis" im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Jedoch erkranke immer mehr Personal in medizinischen Einrichtungen.

RKI-Präsident Wieler spricht von einem "wirklich guten Zwischenergebnis" im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Jedoch erkranke immer mehr Personal in medizinischen Einrichtungen.
Personal in medizinischen Einrichtungen macht laut RKI inzwischen einen Anteil von fünf Prozent aller gemeldeten Covid-19-Fälle aus.© Ines Meier - stock.adobe.com

Berlin. Das Robert Koch-Institut (RKI) sieht ermutigende Tendenzen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. RKI-Präsident Lothar Wieler sprach am Freitag in Berlin von einem “wirklich guten Zwischenergebnis”.

So habe es in dieser Woche einen deutlich geringeren Anstieg der Fallzahlen gegeben. Ein Infizierter stecke 0,7 weitere an. Gleichwohl meldeten die Gesundheitsämter bundesweit immer noch mehr als 3.000 Fälle pro Tag.

Immer mehr Personal in medizinischen Einrichtungen erkrankt

Zudem erkranke immer mehr Personal in medizinischen Einrichtungen. Die Zahl sei um sechs Prozent gestiegen gegenüber der Vorwoche. Betroffenes Personal in medizinischen Einrichtungen mache inzwischen einen Anteil von fünf Prozent aller gemeldeten Fälle aus.

In dieser Woche habe es auch den bislang größten Anstieg bei den Todesfällen gegeben, sagte Wieler. Am Donnerstag seien 315 Tote an das RKI gemeldet worden. Die Todesfälle machten 2,9 Prozent aller bekannten Fälle aus.

Keine Engpässe bei Behandlungskapazitäten

Bei den Behandlungskapazitäten gibt es Wieler zufolge derzeit keine Engpässe. Stand Mitternacht seien insgesamt rund 134.000 Infektionen bekannt gewesen, 3.380 mehr als am Vortag, sowie 3.868 Todesfälle. Mehr als 81.000 Menschen seien genesen.

In den letzten Wochen habe es 1,73 Millionen Tests gegeben. Die Labore in Deutschland könnten mittlerweile 730.000 Tests pro Woche durchführen. 9 Prozent lieferten positive Ergebnisse. Wieler folgerte daraus, dass die Tests gezielter eingesetzt werden könnten.

Erste Ergebnisse aus Wirkstoffstudien in drei Monaten

Der Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Karl Broich, rechnet in drei Monaten mit ersten Studienergebnissen zur Behandlung von Covid-19. Bis dahin würden Daten aus zwei großen Studien zur Substanz Remdesivir in Deutschland mit mittelschwer und schwer erkrankten Patienten erwartet, sagte Broich am Freitag in Berlin. Remdesivir wurde ursprünglich gegen Ebola-Infektionen entwickelt.

Insgesamt gebe es einige erfolgversprechende Therapieansätze, sagte Broich. So liefen auch klinische Prüfungen zu verschiedenen Dosierungen von Hydroxychloroquin. Dabei handelt es sich um ein Malariamittel, der Wirkstoff hat allerdings erhebliche Nebenwirkungen.

Keine Standards absenken

Broich betonte, es würden in der Pandemie keine Standards abgesenkt – weder bei der Medikamentenzulassung noch bei Sonderzulassungen, etwa für Mundschutzmasken. Jedoch bearbeite das BfArM inzwischen prioritär Aufgaben mit Covid-19-Bezug.

Es sei wichtig, Wirkstoffe auf Wirksamkeit und Verträglichkeit zu prüfen. Sollte es klare wissenschaftliche Ergebnisse geben, sei eine beschleunigte Zulassung möglich – dabei handele es sich aber nicht um Sonderregelungen wegen Corona, betonte Broich.

Baldige Impfstoff-Prüfung gegen Corona in Deutschland

Laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) soll in Deutschland in Kürze die erste klinische Prüfung eines Impfstoff-Kandidaten gegen das neue Coronavirus beginnen. Er sei sicher, dass daneben im Laufe des Jahres noch weitere Prüfungen hierzulande kämen, sagte PEI-Präsident Klaus Cichutek am Freitag in Berlin.

Details zum Starttermin nannte er nicht. Bisher seien weltweit vier Kandidaten in ersten klinischen Prüfungen.

Cichutek zeigte sich generell optimistisch mit Blick auf Impfstoffe und Therapeutika gegen das Virus: Man träume nicht, sondern arbeite daran, “dass das Wirklichkeit wird”, konterte er die Aussage eines Virologen, wonach dies noch Träume seien.

Gebraucht würden präventive Impfstoffe, die spezifisch gegen Sars-Cov-2 wirkten – das wäre dann ein “Gamechanger”, so Cichutek. Wegen des erwarteten hohen Bedarfs seien Impfstoffe mehrerer Hersteller nötig.

Quelle: dpa

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