Kurz und knappAus der Wissenschaft für die Praxis

Umfassend und praxisrelevant. Diesem Anspruch wurde das Pneumo Update voll gerecht. Hier finden Sie die wichtigsten Neuerungen übersichtlich zusammen gefasst.

Influenza-Statistik

Bei der Influenza handelt es sich um eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung. Dies zeigen auch die Daten aus 2018. Die Sterblichkeitsrate der Influenzaepidemie 2018 war erheblich. Bis Anfang April wurden 1.253 direkt mit Influenza assoziierte Todesfälle registriert. Bei Ende der Epidemie Ende April waren es mehr als 1.600. Auch die Zahl der hospitalisierten und insbesondere der intensivmedizinisch behandelten Patienten war höher als in den Vorjahren.

(Prof. Tobias Welte, Hannover)


Kognition bei COPD

Kognitive Defizite sind bei COPD-Patienten keine Seltenheit. Etwa 40 Prozent sind betroffen. Ein Zusammenhang zwischen dem Schweregrad der Erkrankung und der kognitiven Funktion fand sich aber nicht. Die von kognitiven Einschränkungen betroffenen Patienten waren gleichmäßig auf alle GOLD-Stadien verteilt. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, diese Defizite bei Erstellung von Therapieplänen zu berücksichtigen und diese an die individuellen Fähigkeiten anzupassen. Bei kognitiv beeinträchtigten COPD-Patienten ist auch die Compliance schlechter und die pneumologische Rehabilitation wird häufiger abgebrochen. Und auch bei der Diagnostik gibt es Probleme, genauer gesagt beim Verstehen von Atemmanövern zur korrekten Einschätzung der Lungenfunktion oder bei der Leistungsdiagnostik. Eine solche wird dann vorzeitig abgebrochen, was zu einer Unterschätzung der Belastbarkeit führt. Das Problem ist, dass die kognitiven Defizite im klinischen Alltag und auch bei der pneumologischen Basisdiagnostik nicht direkt ins Auge fallen.

(Prof. Klaus Kenn, Schönau)


Lungenkarzinom-Screening

In einer europäischen Studie (NELSON-Studie), die in den Niederlanden und Belgien bei 15.792 Personen mit einem entsprechenden Risikoprofil (15 Pack-Years, Alter 50-74 Jahre, nicht länger als 10 Jahre Ex-Raucher) durchgeführt wurde, wurde untersucht, ob durch ein Lungenkarzinom-Screening mittels Low-Dosis-CT (LDCT) die Mortalität dieses Tumors gesenkt werden kann. Das LDCT wurde zunächst nach 1 Jahr, dann aber erst nach 2, 4 und 6,5 Jahren wiederholt. Dabei wurden volumetrische CT-Messungen vorgenommen. Nach zehn Jahren betrug die Reduktion des relativen Risikos, an einem Lungenkarzinom zu versterben bei Männern 26 Prozent, bei Frauen sogar 39 Prozent. Bei 19,2 Prozent fand sich ein kontrollbedürftiger Befund. Nur 2,3 Prozent mussten sich einer invasiven diagnostischen Maßnahme unterziehen.

(Prof. Martin Reck, Großhansdorf)


Pneumokokken-Pneumonie

Bisher war man der Meinung, dass die Übertragung von Pneumokokken in erster Linie von besiedelten Kindern auf Erwachsene stattfindet. Doch nach neueren Daten dürfte der Erreger vor allem von Personen im Alters- bzw. Pflegeheim und von chronisch Kranken übertragen werden. Insgesamt sind etwa 10 Prozent der Erwachsenen chronisch mit Pneumokokken besiedelt. Die Übertragung erfolgt meist über die Hände. Neben der Impfung kommt deshalb der Händehygiene bei der Prävention eine besondere Bedeutung zu.

(Prof. Tobias Welte, Hannover)


Candida-Diagnostik

Auf eine gezielte Candida-Diagnostik aus Atemwegsmaterialien sollte verzichtet werden, da Hefepilzinfektionen als Ursache von Pneumonien bei Patienten ohne Immundefizit extrem selten sind. Der Nachweis von Candida kann als nicht Therapie-bedürftige Kolonisation angesehen werden. Trotzdem werden noch häufig Antimykotika eingesetzt. Man sollte deshalb überlegen, Candida aus Atemwegsmaterial nicht mehr im Befund auszuweisen.

(Prof. Tobias Welte, Hannover)


Asthma-Therapie

Die Leitlinie empfiehlt für die Therapie des Asthma bronchiale bei Erwachsenen ein 5-Stufen-Schema. Basis sind und bleiben inhalative Glukokortikoide (ICS), die mit langwirksamen inhalativen Bronchodilatatoren (LAMA oder LABA) frei oder fix kombiniert werden können. Bei unzureichender Asthma-Kontrolle unter optimaler inhalativer Therapie sollen heute Biologika zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um monoklonale Antikörper, die gegen definierte Zielstrukturen des allergischen oder eosinophilen Asthmas gerichtet sind. Wichtig ist auch, dass persistierende Trigger und/oder Komorbiditäten beseitigt werden. Eine intermittierende oder Dauertherapie mit systemischen Glukokortikoiden in der niedrigst möglichen Dosis wird nur für Patienten empfohlen, die nicht mit Biologika behandelt werden können oder auf diese nicht ansprechen.

Was die Sicherheit von LABAs betrifft, so sind diese Substanzen nicht mit einem erhöhten Risiko assoziiert. Das Risiko für eine schwere Asthma-bezogene Komplikation wie Hospitalisierung, Intubation oder Tod wird durch eine inhalative LABA-Therapie nicht erhöht, sofern eine gleichzeitige Therapie mit einem ICS sichergestellt ist.

(Roland Buhl, Mainz)


Exogen allergische Alveolitis

Die exogen allergische Alveolitis ist eine entzündliche interstitielle Lungenerkrankung, die nicht selten als Pneumonie fehldiagnostiziert wird. Ausgelöst wird sie durch die Inhalation spezifischer exogener Allergene. Am bekanntesten ist die Vogelzüchter- und die Farmerlunge. Der Krankheitsverlauf ist sehr heterogen. Entwickelt sich eine Fibrose, so ist der Verlauf meist progredient und prognostisch ungünstig.

(Prof. Jürgen Behr, München)


Fleischallergie

Fleischallergien gehören zu den neuen Allergien. Sie sind erst seit einigen Jahren bekannt. Auch ist es ein eher seltenes Krankheitsbild. Welche Fleischsorten ein Fleischallergiker verträgt, hängt davon ab, gegen welches Allergen er sensibilisiert ist. Bei den verschiedenen Fleischsorten sind verschiedene Allergene identifiziert worden. Dabei handelt es sich um eine klassische IgE-vermittelte Typ 1-Reaktion. Als Allergene fungieren glykolisierte Proteine, also Proteine mit einer Kohlenhydratseitenkette wie die α-Galaktose. Diese Zucker gibt es in Rind-, Schweine- und Lammfleisch. Eine Sensibilisierung gegen α-Galaktose kann z.B. durch einen Zeckenbiss induziert werden. Gerade in Zecken-Epidemiegebieten sollte daher bei bisher unerklärbaren anaphylaktischen Reaktionen an eine Fleischallergie gedacht werden.

Die Diagnose einer solchen Allergie kann schwierig sein, da die klassischen Symptome wie Tachykardie, gastrointestinale Beschwerden, Urtikaria, Dyspnoe und Angioödem erst drei bis sechs Stunden nach Verzehr von Fleisch auftreten. Dadurch unterscheiden sie sich von anderen Nahrungsmittelallergien, bei denen die Symptome 5 bis 30 Minuten nach Verzehr des betroffenen Nahrungsmittels auftreten.

(Christian Taube, Essen)

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