Hausarzt MedizinPhytogramm: Kapland-Pelargonie

Wie der Name schon andeutet, stammt die Kapland-Pelargonie aus Südafrika. Sie hat große, samtige herzförmige Blätter und schmale, tiefdunkelrote, oft fast schwarze Blüten.

Die Pflanze hat auch noch einen anderen, etwas komplizierten Namen: Umckaloabo, ein Wort aus der Sprache der Zulu. Heute ist Umckaloabo® eine geschützte Warenbezeichnung. Der Wirkstoff dieses Arzneimittels ist EPs® 7630.

Die Kapland-Pelargonie wird seit Jahrhunderten von den südafrikanischen Völkern medizinisch genutzt. 1897 wurde der Tuberkulose-kranke Engländer Charles Henry Stevens nach Südafrika geschickt, um sich im dortigen Klima zu erholen. Von einem pflanzenkundigen Zulu schaute er sich die Zubereitung eines Suds aus der Wurzel der Kapland-Pelargonie ab. Vier Monate später war Stevens geheilt, woraufhin er die Kapland-Pelargonie in die europäische Medizin einführte.

Hauptindikation sind Infektionen der oberen Atemwege wie akute oder akut-exazerbierende chronische Bronchitis, Tonsillitis oder Rhinopharyngitis. Bei einer Tonsillitis ist ein Arztbesuch zu empfehlen, um eine Streptokokken- Infektion auszuschließen. Besonders für Kinder ist die Pelargonienwurzel eine effektive und gut verträgliche Therapieoption. Nach dem letzten Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert-Koch-Instituts (2003 – 2006) gehört die Pelargonienwurzel zu den zehn häufigsten pflanzlichen Wirkstoffen, mit denen Kinder behandelt werden.

Die knollenförmige Speicherwurzel der Kapland-Pelargonie enthält ein heterogenes Gerbstoffgemisch, darunter Gallussäurederivate, Flavonoide, Phytosterole sowie Kumarine, die als maßgeblich für die Wirkung gelten. Experimentelle und klinische Untersuchungen haben gezeigt, dass die Droge antibakterielle und antivirale Eigenschaften hat. Besonders die Kumarine können grampositive und -negative Keime deutlich hemmen. Außerdem wirkt die Kapland-Pelargonie immunmodulatorisch. So werden etwa die Makrophagen und Interferon stimuliert. Pelargonienwurzel intensiviert die Phagozytosefähigkeit und steigert die Zilien-Aktivität in den Atemwegen. Kürzlich wurde die Sekretolyse als weiterer Wirkmechanismus nachgewiesen.

Eine neuere Übersichtsarbeit und Metaanalyse bestätigt für den Pelargonienwurzel-Extrakt EPs® 7630 eine evidente Besserung von Hustensymptomen bei Atemwegsinfekten und einen signifikanten Unterschied zu Plazebo. Studien mit dem Extrakt haben außerdem gezeigt, dass die Krankheitsdauer bei akuter Bronchitis um zwei Tage verkürzt wird und dass sich bereits nach 24 Stunden die Symptome von Atemwegsinfektionen deutlich bessern.

Produktbeispiele, in denen Kapland-Pelargonie enthalten ist: Der Spezialextrakt EPs® 7630, mit dem die Studien gemacht wurden, ist enthalten in Umckaloabo® Tropfen, Filmtabletten und Saft für Kinder (Schwabe).

Steckbrief

  • Familie: Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)

  • Gattung: Pelargonien

  • Art: Kapland-Pelargonie (Pelargonium sidoides)

  • Verwendete Pflanzenteile: Wurzel

  • Anwendungsbereiche: Atemwegsinfektionen wie Bronchitis, Tonsillits, Rhinopharyngitis

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