Hausarzt MedizinPhytogramm: Echte Kamille

Die Kamille ist sicher eine der bekanntesten Heilpflanzen. Der Name "Kamille" leitet sich ab vom griechischen Wort "chamaimelon" (= "Apfel am Boden") und bezieht sich auf den Apfelgeruch der Kamillenblüten. Das botanische " Matricaria" weist auf den Einsatz der Kamille im Wochenbett hin – von Lateinisch "mater" = Mutter, aber auch Gebärmutter.

Die Pflanze wächst in ganz Europa. Als Heilmittel wurde die Kamille schon im alten Ägypten verwendet. Wohl wegen ihres geruchsneutralisierenden Effekts wurde sie auch zur Einbalsamierung von Toten eingesetzt. Wegen ihres gelben Blütenbodens verehrten die Ägypter die Kamille als Blume des Sonnengottes.

In der Volksmedizin wurde die Kamille geradezu als Allheilmittel gewertet. Schon früher wurde die Kamille vor allem gegen Magen- und Darmbeschwerden und Entzündungen der Haut verwendet. Auch der Wirkung des Duftes der Kamille schrieb man im Mittelalter große Kräfte zu.

Kamille wird heute innerlich oder äußerlich angewendet. Indikationen sind krampfartige Schmerzen im Magen-Darm-Bereich, Atemwegsentzündungen (Inhalationen), Genital- und Anal-erkrankungen (Bäder und Spülungen), akute Schleimhautentzündungen, Infektionen der Haut, auch Wunden und torpide Geschwüre. In der Pädiatrie ist Kamille indiziert bei Magenbeschwerden, Sinusitis und Hautinfektionen aller Art wie Windeldermatitis oder Milchschorf.

Verwendet werden die getrockneten Blüten. Ihr ätherisches Öl wirkt antiphlogistisch und spasmolytisch, denn Bildung und Freisetzung von Entzündungsmediatoren, einschließlich des Histamins aus den Mastzellen, werden gehemmt. Kamillenöl enthält unter anderem Matricin, ulkusprotektive Schleimstoffe, Kumarine und α-Bisabolol. Dieses hemmt die Peptinsekretion im Magen und wirkt spasmolytisch, bakterizid und fungizid. Flavonoide (z.B. Apigenin) haben ebenfalls spasmolytische und karminative Effekte. Kamillenblüten enthalten insgesamt über 15 Flavonoidderivate. Sie wirken wundheilungsfördernd, lokal antiphlogistisch und immunstimulierend auf die Schleimhäute.

Produktbeispiele, in denen Echte Kamille enthalten ist: Kamillin® Robugen (Robugen) gibt es als Konzentrat für innere und äußere Anwendung, als Creme und als Bad. Kamillosan® (Meda) ist als Konzentrat, Wund- und Heilbad, Creme, Salbe, Mund- und Rachenspray sowie als Nasenspray und Nasendusche (Kamillosan® Ocean) auf dem Markt.

Steckbrief

  • Familie: Korbblütler (Asteraceae)

  • Gattung: Kamillen (Matricaria)

  • Art: Echte Kamille (Matricaria chamomilla oder recutita)

  • Verwendete Pflanzenteile: Blüten

  • Anwendungsbereiche: Krämpfe im Magen-Darm-Bereich, Atemwegsinfektionen, Entzündungen im Genital- und Analbereich sowie der Schleimhäute und der Haut

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