Hüft- und Knie-TEPSo verbessern Sie Op-Ergebnisse

Ob der Einsatz eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenks nachhaltig erfolgreich ist, hängt auch vom Lebensstil der Patienten ab. Gerade bei chronisch Kranken sind Hausärzte als Coach gefordert, um Komplikationen zu verhindern und Heilungsverläufe zu optimieren. "Der Hausarzt" fasst zusammen, auf was Sie achten müssen.

Ob der Einsatz eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenks nachhaltig erfolgreich ist, hängt auch vom Lebensstil der Patienten ab. Gerade bei chronisch Kranken sind Hausärzte als Coach gefordert, um Komplikationen zu verhindern und Heilungsverläufe zu optimieren. "Der Hausarzt" fasst zusammen, auf was Sie achten müssen.
Ärzte sollen ihre Patienten vor der Implantation eines künstlichen Gelenks coachen, um zusätzliche Risiken auszuschließen.© RFBSIP - stock.adobe.com

Berlin. Chronisch kranke Menschen sind deutlich gefährdeter als Patienten ohne Begleiterkrankungen, bei der Implantation eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenks zusätzliche Komplikationen zu erleiden. Darauf hat der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik (AE), Prof. Dr. Rudolf Ascherl, jüngst vor Journalisten in Berlin hingewiesen.

Risikofaktoren seien beispielsweise unerkannter Diabetes, starkes Übergewicht, Rauchen, Karies, Hautinfektionen oder auch chronische Wunden. Schon mit kurzfristigen Veränderungen des Lebensstils könnten Patienten, so Ascherl, zu einem erfolgreichen Eingriff beitragen.

Etwa beeinträchtige Rauchen die Wund- und Knochenheilung. Jedoch mindert schon ein sechswöchiger Verzicht auf Nikotin vor und nach der Op dieses gesundheitliche Risiko um etwa 50 Prozent.

Coaching vor Op

„Die Prothesen und Operationsverfahren wurden fortlaufend verbessert. Deshalb sind an dieser Stelle nur noch geringe Steigerungen zu erwarten“, sagte Ascherl.

Um „weitere Optimierungspotenziale“ zu heben, sei es nötig, weitere Faktoren in den Blick zu nehmen, etwa die langfristige Vorbereitung der Patienten vor der Operation oder das Patientenmanagement. Begleiterkrankungen sowie die körperliche und seelische Verfassung der Patienten hätten einen „wesentlichen Einfluss auf das Implantationsergebnis“.

Zu den gefürchteten Komplikationen in der Endoprothetik gehören neben Störungen der Wundheilung und Infektionen auch die Lockerung oder gar das Versagen der Implantate. Künftig sei es daher wichtig, die Patienten vom Zeitpunkt der Indikationsstellung bis hin zur Operation engmaschig in die Vorbereitung einzubeziehen, aufzuklären und zu aktivieren.

„Fach- und Hausärzte sowie Physiotherapeuten müssen ihre chronisch-kranken Patienten vom Erstgespräch bis hin zur Operation coachen, um mit dem Patienten zusätzliche Risiken auszuschließen“, forderte Ascherl.

Regulierung des Glukosespiegels wichtig

Viele Raucher wüssten beispielsweise nicht, dass die im Tabak enthaltenen Kohlenmonoxide und die Cyanwasserstoffe die Wund- und Knochenheilung erschweren. Kariöse Zähne sollten saniert, chronische Wunden behandelt und die Hautpflege so gut sein, dass keine zusätzlichen Infektionen auftreten können.

Von besonderer Bedeutung sei, so Ascherl, den Stoffwechsel zu prüfen und gegebenenfalls neu einzustellen. „Eine sechs- bis zwölfwöchige Regulierung des Glukosespiegels senkt die Raten allgemeiner und lokaler Komplikationen“, sagte der Orthopäde.

In seiner Klinik durchlaufen Patienten und ihre Angehörigen etwa sechs bis acht Wochen vor dem Eingriff eine anderthalbstündige „Patientenschule“, die sie über die Operation und die damit verbundenen Risiken informiere. Die Patienten werden darin beispielsweise auch angehalten, selbst auf die Körperhygiene zu achten, in der Woche vor dem Eingriff zwei Waschungen mit desinfizierenden Lotionen durchzuführen und eine spezielle Nasensalbe zu verwenden.

„Einer der erfolgreichsten Eingriffe“

Rund 167.000 Patienten haben 2018 laut Statistik des Endoprothesenregisters (EPRD) ein künstliches Hüftgelenk, 132.000 ein künstliches Kniegelenk erhalten. Deren Implantation sei „einer der erfolgreichsten Eingriffe“ in der Medizin, betonte Prof. Carsten Perka, Ärztlicher Direktor des Centrums für Muskuloskeletale Chirurgie an der Charité und AE-Generalsekretär.

Im EPRD werden seit 2012 Daten zu den Eingriffen gesammelt. Aktuell beteiligen sich daran rund 750 von 1.200 möglichen Kliniken auf freiwilliger Basis. Die gesammelten 1,3 Millionen Datensätze werden in den EPRD-Jahresberichten ausgewertet. Tendenziell zeige sich darin, so Perka, dass Kliniken, die die Eingriffe häufig vornehmen, besser abschneiden als jene, die geringere Fallzahlen vorweisen können.

Kliniken können sich zudem mit dem Qualitätssiegel EndoCert zertifizieren lassen, das die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (DGOOC), die Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik (AE) und der Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) auf den Weg gebracht haben.

Zum Jahresbeginn 2020 soll das Implantateregister-Errichtungsgesetz (EIRD) in Kraft treten. Es verpflichtet die Kliniken dazu, von Juli 2021 an ihre Hüft- und Knie-TEP zu melden. Die AE rechnet damit, dass die Zahl der Eingriffe bis 2040 um weitere 27 Prozent im Vergleich zu 2010 steigt.

Quelle: Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik (AE) am 28.11.2019

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