MetaanalysenWeniger Krebstote dank Vitamin D?

Drei Metaanalysen zeigen, dass Vitamin D die Krebssterblichkeit reduzieren könnte. Forscher vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) übertrugen diese Ergebnisse nun auf Deutschland: Durch Vitamin-D-Supplementierung aller Menschen über 50 könnte die Zahl an Krebstoten um 30.000 pro Jahr vermindert werden.

Mit mehr als 230.000 Menschen deutschlandweit war 2019 jeder vierte Todesfall tumorbedingt [1]. Neben anderen Faktoren kann laut Studien auch ein Vitamin-D-Mangel als Ursache in Frage kommen. Und ein solcher Mangel ist gar nicht selten: Knapp 62 Prozent der Bevölkerung sind nicht ausreichend mit dem Biofaktor Vitamin D versorgt [2] bei älteren Menschen liegt die Zahl noch höher [3].

“Seit Jahren untersuchen Wissenschaftler den Einfluss von Vitamin D auf die Prognose von Erkrankungen außerhalb des Skelettsystems, so auch bei Krebs. Die Evidenz für präventive Effekte auf Tumorerkrankungen galt jedoch bisher als unzureichend” [4].

Nun wurden gleich drei große Metaanalysen [5] hochwertiger klinischer Studien publiziert, die den Vitamin-D-Status auf die Krebssterblichkeit untersuchten – mit folgendem Ergebnis: Unter Vitamin-D-Supplementierung von 400 bis 2.000 IE täglich sank die Mortalität über alle Krebserkrankungen hinweg im Vergleich zu Placebo signifikant um rund 13 Prozent, während für die Krebsinzidenz eine nur geringe, statistisch nicht signifikante Reduzierung beobachtet wurde.

Epidemiologen des DKFZ stellten daraufhin Modellrechnungen an und berücksichtigten Zahlen zu Bevölkerungsdichte, Kosten für Krebstherapien und für Vitamin-D-Supplemente von 1.000 IE pro Tag: Durch bundesweite Supplementierung aller Menschen über 50 Jahre mit dem Biofaktor könnte sich die jährliche Anzahl an Krebstoten um 30.000 verringern und 254 Millionen Euro durch weniger Krebstherapien eingespart werden [6].

Quellen:

  1. www.destatis.de/Gesundheit/Todesursachen/_inhalt/
  2. Rabenberg M et al.: Journal of Health Monitoring 2016, 1(2). Robert Koch-Institut, Berlin. DOI 10.17886/RKI-GBE-2016-036 https://hausarzt.link/jRbAs
  3. MRI (Max Rubner-Institut): Nationale Verzehrsstudie II. Ergebnisbericht, Teil 2. Karlsruhe, 2008. https://www.mri.bund.de/fileadmin/MRI/Institute/EV/NVSII_Abschlussbericht_Teil_2.pdf, S. 141.
  4. Muller DC et al.: No association between circulating concentrations of vitamin D and risk of lung cancer: an analysis in 20 prospective studies in the Lung Cancer Cohort Consortium (LC3) Ann Oncol. 2018 Jun, 29(6): 1468-1475
  5. Keum N et al.: Vitamin D supplementation and total cancer incidence and mortality: a meta-analysis of randomized controlled trials. Ann Oncol. 2019, 30(5): 733-743, Haykal T et al.: The role of vitamin D supplementation for primary prevention of cancer: meta-analysis of randomized controlled trials. J Community Hosp Intern Med Perspect. 2019, 9(6): 480-488, Zhang X et al.: Meta-analysis of randomized controlled trials on vitamin D supplement and cancer incidence and mortality. Biosci Rep. 2019,39(11)
  6. www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen
  7. www.gf-biofaktoren.de
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