Sputnik VPrüfung des russischen Covid-Impfstoffs liegt auf Eis

Eigentlich hatten im renommierten Fachblatt "Lancet" publizierte Daten zum russischen Corona-Impfstoff Sputnik V Positives vermuten lassen. Dennoch liegt die Zulassung der Vakzine in der Europäischen Union auf Eis. Warum?

Sputnik V: Die Vakzine ist in Russland und einigen anderen Nicht-EU-Staaten zugelassen.

Amsterdam. Die Prüfung des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V für die Zulassung in der EU steht nach Angaben der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) derzeit still. Zur Zeit geschehe dort nichts, sagte der zuständige Leiter der Abteilung für klinische Studien, Dr. Fergus Sweeney. «Wir haben zur Zeit keinen Kontakt mit den russischen Instanzen.» Gründe nannte er nicht.

Es ist unklar, ob die Unterbrechung der Kommunikation im Zusammenhang steht mit dem Krieg in der Ukraine. Sweeney erwartet nicht, dass das Prüfverfahren in Kürze wieder aufgenommen wird.

Vor etwa einem Jahr hatte die EMA das Prüfverfahren von Sputnik V nach dem Rolling Review-Verfahren gestartet. Dabei werden Daten von Forschungen und Tests fortlaufend von Experten bewertet, auch wenn noch kein offizieller Antrag auf Zulassung vorliegt. Auf diese Weise soll die Zulassung von Impfstoffen gegen Covid-19 beschleunigt werden.

Eigentlich waren sogar positive vorläufige Phase-III-Daten hochrangig im Fachblatt “Lancet” publiziert worden, die für Sputnik V eine Schutzwirkung vor Covid-19 von 91,6 Prozent belegten. Dennoch hatte sich die Prüfung von Sputnik V mehrfach verzögert, da den EMA-Experten wichtige grundlegende Daten fehlten.

Der Impfstoff ist in Russland und einigen anderen Nicht-EU-Staaten zugelassen.  dpa/red

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