Thüringen legt Zahlen vorNo Show: Tausende Impftermine nicht eingehalten

In vielen Regionen verfallen gebuchte Termine für Corona-Impfungen. Das Land Thüringen legt nun Zahlen vor. Etwa 1,3 Prozent der Erst- und 7,4 Prozent der Zweittermine würden nicht eingehalten, so ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV).

Impfausweis, Impffläschchen mit Spritzen.

Erfurt. “1,3 Prozent der Erst- und 7,4 Prozent der Zweittermine zur Corona-Impfung wurden nicht eingehalten”, sagte ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung der Deutschen Presseagentur (dpa). In den Thüringer Impfstellen und Impfzentren mehren sich die Absagen vereinbarter Termine für Corona-Impfungen. Dies zeichne sich ab, seit die Hausärzte in die Impfkampagne miteinbezogen worden seien, sagte der Sprecher. Allein in der Woche vom 17. bis 23. Mai mit rund 65.600 vereinbarten Terminen hätten fast 2.000 zur Impfung angemeldete Menschen diesen nicht wahrgenommen.

Auch Hessen hatte Mitte April alarmierende Zahlen zu den No-Shows vorgelegt, hauptsächlich bei Impfungen mit der Astrzeneca-Vakzine.

Die Leidtragenden von unentschuldigt abgesagten Terminen sind nach Beobachtung der KV jene Menschen, die zwar derzeit schon impfberechtigt sind, aber wegen der großen Nachfrage nach Corona-Impfstoff bislang noch keinen Termin über das zentrale Impfportal des Landes erhalten konnten. Zudem verursachten ohne Absage nicht wahrgenommene Termine einen erheblichen Aufwand in den Impfzentren, sagte der Sprecher.

“Schließlich wird dann eigentlich verplanter Impfstoff verfügbar, für den dann kurzfristig über die Wartelisten der Impfstellen und Impfzentren Ersatz gesucht werden muss.”

KV vermutet, viele gehen für die Zweitimpfung zum Hausarzt

Bei ordnungsgemäßer Absage könnten die Termine hingegen wieder über das Portal vergeben werden. Warum Menschen gebuchte Termine verfallen lassen, kann die KV nicht einschätzen. Sie hält eine Kollision mit beruflichen oder privaten Verpflichtungen für möglich. Allerdings sei es auffällig, dass Zweittermine seit dem Einstieg der Hausärzte in die Impfkampagne vermehrt nicht wahrgenommen würden, hieß es. Es liege deshalb die Vermutung nahe, dass manche Menschen sich die zweite Spritze bei einem Hausarzt geben lassen – auch um sie so früher zu erhalten.

Gut vier von zehn Menschen im Freistaat haben nach Angaben der Landesregierung inzwischen eine Erstimpfung mit einem Corona-Impfstoff erhalten (Stand: 2. Juni, 5 Uhr) . Ein Fünftel der Bevölkerung verfügt nach zwei Spritzen über den vollständigen Impfschutz gegen Covid-19.

Quelle: dpa

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