Corona-ImpfungNeue Impfstoff-Ankündigung, neuer Ärger

In der ersten Mai-Woche sollen Hausarztpraxen erstmals drei verschiedene Corona-Vakzinen verimpfen. Eigentlich eine gute Nachricht – doch die bis jetzt unsicheren Angaben zur Lieferung machen die Planung für Hausärzte schier unmöglich. PLUS: Neue Praxishilfe zum Handling der verschiedenen Impfstoffe.

Die neu angekündigten Impfstoff-Liefermengen der Corona-Vakzinen könnten in den Praxen für Unmut sorgen.

Berlin. Ab der ersten Maiwoche sollen die Arztpraxen deutlich mehr Covid-19-Impfstoff erhalten als bisher. Für den 3. bis 9. Mai wird der Bund voraussichtlich rund drei Millionen Dosen der Impfstoffe von Biontech/Pfizer, von Astrazeneca und erstmals auch von Johnson & Johnson bereitstellen. Das teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am Donnerstagabend (22. April) mit und berief sich dabei auf Angaben des Bundesgesundheitsministeriums.

Für Hausarztpraxen bedeutet die eigentlich gute Nachricht erneut eine Herausforderung in der Planung der Impfungen. Denn: Die Auslieferung der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Johnson & Johnson wird laut KBV zwar regulär am Montag, den 3. Mai, erfolgen. Vaxzeria© von Astrazeneca soll aber erst „im Laufe der Woche in den Praxen eintreffen“. Damit erhalten die Ärzte in der Woche gegebenenfalls zwei Impfstofflieferungen.

Diese vage Aussage sorgt ersten Reaktionen aus den Praxen zufolge für neuen Unmut – macht sie die konkrete Planung der Impfungen in der Praxis für die erste Mai-Woche bislang quasi unmöglich. Erst in der Vorwoche hatte die KBV über kurzfristige Änderungen in der Lieferung informieren müssen.

Wichtig in der Praxis: Die Astrazeneca-Vakzine ist deutlich länger haltbar als jene von Biontech/Pfizer. Sie kann ungeöffnet 6 Monate bei 2–8°C gelagert werden, während die knappe Haltbarkeit von Biontech/Pfizer (fünf Tage bei 2–8°C) eine deutlich engere Planung nötig macht. Sprich: Hausarztpraxen könnten für die erste Mai-Woche keine einzige Astrazeneca-Impfung regelhaft einplanen, die Lieferung abwarten und erst nach Eintreffen der Vakzinen „in Ruhe“ Termine vergeben.

Bestellung bis Dienstag (27. April) nötig

Die Bestellung der Impfstoffe erfolgt bis Dienstag (27. April), 12 Uhr. Vertragsärzte geben dazu auf dem Rezept den Impfstoffnamen und jeweilige Anzahl an Dosen an.

Die Apotheken werden die Praxen wieder vorab darüber informieren, ob ihre Bestellung in voller Höhe oder in reduziertem Umfang bedient werden kann. Die Kalkulation sieht laut KBV vor, dass jeder Arzt

  • mindestens 18 bis 24 Dosen von BionTech/Pfizer,
  • mindestens zehn Dosen von Astrazeneca und
  • mindestens fünf Dosen von Johnson & Johnson

erhält. Bestellt werden können pro Arzt bis zu 36 Dosen Comirnaty® von Biontech/Pfizer, bis zu 50 Dosen Vaxzevria© von Astrazeneca und bis zu 15 Dosen von Johnson & Johnson.

Den STIKO-Empfehlungen entsprechend, insbesondere zum Alter der Patienten, sollen möglichst alle Impfstoffe bestellt und verimpft werden, appelliert die KBV.

Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbands, hatte bei der jüngsten Delegiertenversammlung seines Verbands an die Notwendigkeit erinnert, dass alle verfügbaren Impfstoff-Arten in die Praxen kommen, um den „Impfturbo“ weiter anzukurbeln.

400.000 Dosen von Johnson & Johnson

Von den insgesamt drei Millionen Impfstoffdosen stehen etwa die Hälfte von Biontech/Pfizer, ein Drittel von Astrazeneca und etwas mehr als zehn Prozent von Johnson & Johnson zur Verfügung, so die KBV. Wie viele Dosen letztlich pro Praxis geliefert werden, hänge unter anderem davon ab, wie viele Ärzte impfen. Rund 55.000 Vertragsärzte hatten für diese Woche Impfstoff bestellt, etwa 63.000 für die nächste Woche.

Unter den rund drei Millionen Impfstoffdosen, die für die Woche vom 3. bis 9. Mai an die Praxen gehen, sind rund 400.000 Dosen von Johnson & Johnson. Den vektorbasierten Impfstoff des amerikanischen Herstellers hatte die europäische Arzneimittelbehörde EMA Mitte April für den Einsatz in Europa freigegeben. Der Impfstoff muss nur einmal verabreicht werden.

 

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