Corona-Impfung BiontechJetzt 48 Dosen statt 30

Die Praxen können heute ihre Bestellungen des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer nochmal aufstocken. Der Hersteller liefert nach, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilt. Die Aufstockung wurde durch massive Proteste der Ärzteschaft erreicht, allen voran fanden die Hausärzteverbände bei den Landesministern Gehör.

Berlin. Biontech/Pfizer legt nach: Statt der vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) angekündigten 30 Dosen können Ärztinnen und Ärzte für die Woche von 29.11. bis 5.12. rund 48 Dosen je Arzt ordern. Das teilten BMG und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am späten Montagabend (22.11.) mit.

Wichtig: Wegen der Änderungen ist eine Bestellung der Corona-Impfstoffe am heutigen Dienstag (23.11.) bis 14 Uhr möglich! Pro Arzt können 8 Vials geordert werden. Da es sich um eine Höchstbestellmenge handelt, kann das BMG nicht garantieren, dass auch jeder Arzt 48 Dosen bekommt. Das heißt, Praxen sollten sich darauf einstellen und bei den Impfterminen entsprechend „Puffer“ einplanen.

Update 24.11.: Nach den Verwirrungen um die Auffrisch-Impfungen haben “Der Hausarzt” und das Institut für hausärztliche Fortbildung (IHF) im Deutschen Hausärzteverband eine Patienteninformation (s. Kasten) dazu erstellt. Sie soll es Praxen erleichtern, den Patienten zu erklären, warum sie ggf. Moderna anstatt den Impfstoff von Biontech/Pfizer erhalten.

Kurzfristige Umorganisation ist das Problem

Seit vergangenen Freitag liefen insbesondere die Hausärztinnen und Hausärzte Sturm gegen die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erst am späten Abend angekündigte Begrenzung der Liefermenge auf 30 Dosen Biontech/Pfizer. Auch der Verweis von Spahn, es solle stattdessen Moderna genommen werden, löst das Problem vieler Praxen nicht.

Denn viele verimpfen ausschließlich nur einen Impfstoff, um zum Beispiel Fehlern aufgrund des unterschiedlichen Handlings anderer Vakzine in den Praxen vorzubeugen. Zudem empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) seit kurzem, bei Menschen bis 30 Jahre sowie Schwangeren ausschließlich den Impfstoff von Biontech/Pfizer einzusetzen.

Die Impftermine waren bereits entsprechend geplant und die Patienten aufgeklärt. Auch können mit einem Vial Moderna mehr Patienten geimpft werden. All dies hat eine heftige Umorganisation und erneute Aufklärung der Patienten zur Folge, wenn kurzfristig der Impfstoff gewechselt werden muss. Einige Praxen bundesweit waren von der wiederholten kurzfristigen Änderung so frustriert, dass sie ankündigten, nicht mehr gegen Corona impfen zu wollen.

Hausärzte aktivieren Landesgesundheitsminister

Die ärztlichen Vertreter, insbesondere auch der Deutsche Hausärzteverband und seine Landesverbände, suchten daher seit Freitagabend das Gespräch mit Spahn selbst genauso wie mit den Landesgesundheitsministern. Der Deutsche Hausärzteverband schlug Spahn zur kurzfristigen Lösung vor, dass Moderna an die Impfzentren geliefert werden könne, sodass der Bedarf der Praxen an Biontech gedeckt werde.

Denn in den Impfzentren werden derzeit in der Regel keine Termine vergeben. Und dort sind sehr einfach 20 Personen fast zeitgleich zu immunisieren, die Aufklärung findet erst vor Ort statt. In den Impfzentren wäre also anders als in den Praxen keine große Umorganisation nötig.

GMK: Begrenzung aufheben!

Der Protest der Ärzte zeigte Wirkung: Am Montag erhöhte die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) den Druck auf Spahn. Sie beschloss einhellig, dass die Kontigentierung auf 30 Dosen aufgehoben werden soll. Die Landesminister seien sich einig, dass der Impfstoff von Moderna gleich gut geeignet sei. Der Biontech-Impfstoff solle aber verstärkt für die Unter-30-Jährigen genutzt werden, wie von der STIKO empfohlen.

Das Bundesgesundheitsministerium solle alles tun, um weiter Biontech-Impfungen in vollem Umfang zu ermöglichen, so die Länder weiter. Dass es kommende Woche statt zwei nun drei Millionen Biontech-Dosen geben soll, begrüßte die GMK. Dies hatte Spahn in der Runde angekündigt. Der Beschluss fiel im Einvernehmen mit Spahn, wie es im Beschlusstext hieß.

Spahn lenkt ein

Minister Spahn erklärte daraufhin am Montag (22.11.) vor Journalisten, die Nachfrage nach Booster-Impfungen in den Praxen sei „sehr, sehr stark“ gestiegen. Zusätzlich habe der Bund den Ländern Impfstoff aus seinem Kontigent zur Verfügung gestellt. In einem Brief an die Vertragsärzte schreibt er, die Nachfrage habe sich daher in den letzten zwei Wochen vervierfacht. Beides führe dazu, dass sich das Lager schneller leert als erwartet.

Zudem könnten Ärzte jetzt wieder kurzfristiger Impfstoff ordern, dadurch könne das Ministerium aber auch erst kurzfristiger drohende Engpässe feststellen und darüber informieren. Leider sei der Eindruck entstanden, dass die Kontingentierung darauf zurückzuführen sei, dass der Moderna-Impfstoff im Frühjahr verfalle. Dies sei zwar auch ein Grund, aber eben nicht der entscheidende.

„Beide Impfstoffe gut“

Wegen der gestiegenen Nachfrage müsse man nun früher als erwartet, auch mehr auf Moderna setzen. „Dieser Impfstoff ist sicher, sehr wirksam und in seiner Schutzwirkung in einigen Studien sogar Biontech/Pfizer überlegen“, schreibt Spahn. Aus fachlicher Sicht gebe es keine Bedenken, Moderna zur Auffrischung zu nutzen, wenn die Grundimmunisierung mit Biontech erfolgt sei. red

Quelle: dpa

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