Ihre Meinung bitteLeserbriefe

Das hat unsere Leser im Juni bewegt: Impfungen, Fake News und Diabetestherapie.

„Neuralgien bei Zoster kosten mehr“

Betreff: „Herpes Zoster: Macht die Impfung Sinn?“ in HA9/20 vom 20.5.20, S. 50

Egal ob man für oder gegen eine Herpes-Zoster-Impfung mit dem empfohlenen Impfstoff Shingrix ist, die Fakten sollten korrekt benannt werden. Eine Ampulle Shingrix hat mich im Januar 2020 113,45 Euro gekostet und nicht ca. 200 Euro, wie der Kollege schreibt. Die Therapie einer früh genug erkannten Herpes-Zoster-Infektion mit „Zostex“ kostet ca. 97 Euro. Die Folgekosten bei langanhaltenden Zoster-Neuralgien liegen um ein Vielfaches höher. Ein Zoster ophthalmicus muss meistens stationär behandelt werden – nicht richtig erkannt, führt die Infektion zur Erblindung. Jeder, der lange als niedergelassener Allgemeinarzt gearbeitet hat wie ich, weiß von den Leiden der Betroffenen ein Lied zu singen.

Ich habe mich selbst geimpft. Die Impfreaktion war relativ stark mit Rötung, leichter Schwellung und Überwärmung. Die Schmerzen waren akzeptabel. Nach ca. sechs Tagen war die lokale Impfreaktion abgeklungen.

Dr. Maria Hussain, Allgemeinärztin im Ruhestand, München

Antwort der Redaktion Im Beitrag wurden zur Vereinfachung die Kosten für die zwei nötigen Dosen als grob gerundeter Betrag mit 200 Euro angegeben.


„Dankbar sein und lernen“

Betreff: „Keine zweite Meinung anzuhören, ist fatal“ in HA9/20 vom 20.5.20, S. 12

Das Virus macht mir keine Sorgen? In den NDR-Podcasts von Christian Drosten habe ich gelernt, dass man sich an den gesicherten Fakten orientieren soll. In den aktuellen Listen von Matthias Poehm kann jeder aktuelle Zahlen nachlesen. Hans-J. Tietz sagt: „Nördlich des Weltunterganges setzt man auf eine rasche natürliche Immunisierung der Gesellschaft, ohne depressive Maßnahmen. Auch bei uns wäre das ein gangbarer Weg.“

Die Sterberate der in Schweden verstorbenen Menschen liegt um das Vierfache höher als in Deutschland! Das ist der Preis, den die Schweden zahlen für ihren lockeren Umgang mit der Covid-19-Pandemie. Ich frage, ob wir bereit wären eine Vervierfachung der Todesfälle in Kauf zu nehmen? Jede Statistik ist so richtig wie die Grundvoraussetzungen. Die Vorhersage, Deutschland wird die höchste Todesfallzahl in Europa haben, ist per se richtig, denn Deutschland hat die größte Bevölkerungszahl in Europa. Will man vergleichen, ist es erforderlich die Todesrate pro Einwohnerzahl zu berechnen (…). So kann ich mir mit korrekten Daten jede Fake-News stricken, die ich überzeugend in die Welt setzen will. (…) Solches Gedankengut „wir würden doch so einige Probleme für die Zukunft lösen, wenn wir der Pandemie ihren natürlichen Verlauf ließen, man denke da nur an die Sanierung der Rentenkassen, die Behebung der Personalknappheit in Pflegeheimen, die finanzielle Entlastung der Kranken- und Pflegekassen usw.“ darf nicht um sich greifen – NEIN!

Wir können und dürfen so etwas gar nicht erst denken. 1933 lässt grüßen und deshalb muss ich diese Replik formulieren zu dem Leserbrief (…).

Ich bin nur einfacher Allgemeinarzt im Ruhestand an der Westküste Schleswig-Holsteins (…). Bei uns gibt es seit zwei Tagen keine neuen Coronafälle, und gerade deshalb unterstütze ich unsere Politiker in ihren Entscheidungen voll und ganz. In Anbetracht einer kompletten Blindfahrt im Nebel des unbekannten Virus haben sie uns besser durch die Krise gesteuert als in allen anderen Ländern der Welt. Hinterher lässt sich so gut wie alles infrage stellen. Es finden sich immer ausreichend Besserwissies. Wir sollten dankbar sein für das Erreichte und lernen. Die Menschheit sollte sich nicht einbilden die Natur beherrschen und kontrollieren zu können.

Dr. Karl-L. Albrecht, Allgemeinarzt im Ruhestand, Bredstedt


Verschiedene Ansätze bei Diabetestherapie nicht gewürdigt

Betreff: „Orale Kombinationstherapie bei Typ-2-Diabetes“ in HA9/20 vom 20.5.20, S. 36

Es gibt seit längerer Zeit einen Dissens zwischen Deutscher Diabetes Gesellschaft (DDG) auf der einen sowie Deutscher Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM) und Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) auf der anderen Seite zur medikamentösen Diabetestherapie. Das ist auch durch nebeneinander stehende Algorithmen in der NVL Diabetes dokumentiert.

Prof. Gallwitz hat ausschließlich die Sichtweise der DDG dargestellt – das finde ich in einer hausärztlichen Zeitschrift problematisch, zumal er eine erhebliche Reihe von Verbindungen zur Pharmaindustrie hat. Insbesondere wird der Stellenwert von NPH-Insulin immer wieder unzureichend gewürdigt.

Prof. Erika Baum, Fachärztin f. Allgemeinmedizin und Mitglied des DEGAM-Vorstands


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