Geringer NutzenCovid-19: Mundschutz hilft kaum zur Prävention

In vielen Apotheken sind Schutzmasken seit Wochen ausverkauft. Deren Schutzwirkung ist nach Einschätzung von Experten aber innerhalb weniger Minuten verbraucht.

In vielen Apotheken sind Schutzmasken seit Wochen ausverkauft. Deren Schutzwirkung ist nach Einschätzung von Experten aber innerhalb weniger Minuten verbraucht.
Schützt die Umwelt mehr als den Träger: Atemschutzmasken© thanakorn stock.adobe.com

Berlin. Bei Covid-19-Ausbrüchen wie jetzt in Italien sind auf Fotos aus der betroffenen Region häufig Menschen mit Mundschutz zu sehen. Auch hierzulande sind die Produkte vielerorts schon ausverkauft. Aber wie groß ist der Nutzen – und für wen?

Staatliche Stellen wie das Robert Koch-Institut (RKI) betonen auf ihrer Internetseite, dass es keine hinreichenden Belege dafür gebe, dass gesunde Menschen, die einen Mund-Nasen-Schutz tragen, ihr Ansteckungsrisiko damit deutlich verringern. Zu den wichtigsten und effektivsten Schutzmaßnahmen für die Allgemeinbevölkerung zählen demnach etwa gute Händehygiene und Abstandhalten zu Erkrankten.

Als gesunder Mensch auf der Straße eine Maske zu tragen, um sich vor vermeintlich vorhandenen Viren in der Luft zu schützen, bezeichneten Experten mehrfach als unsinnig. Vielmehr könnten sich Träger solcher Masken in falscher Sicherheit wiegen, so dass Hygienemaßnahmen wie gute Händehygiene vernachlässigt werden könnten, schreibt etwa das RKI und beruft sich auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Atemschutz: Schützt den Gegenüber

Manche Online-Apotheken präsentieren Hinweise wie: „Das Tragen eines Mundschutzes bietet nur bedingt Schutz vor Ansteckung und wird gesunden Personen nicht offiziell empfohlen“. Der chirurgische Mund-Nasen-Schutz sei vielmehr darauf ausgelegt, die Umwelt vor einem infizierten Träger zu schützen, betont die Bundesapothekerkammer. Wer also krank ist und andere schützen will, kann darauf zurückgreifen.

Experten gaben zu bedenken, dass sich der Einsatz in Kliniken sehr vom Alltag unterschiedet: Das Personal dort geht mit Erkrankten oder Verdachtsfällen um und ist damit einem höheren Risiko ausgesetzt. Masken sollten für Ärzte und Pfleger reserviert bleiben, sagte der Mediziner Clemens Wendtner von München Klinik Schwabing kürzlich.

Ärzte und Pflegekräfte sind im Umgang mit den Masken geschult. Es gebe klare Hinweise, dass ein langes Tragen „sinnlos“ sei, sagte Wendtner. Eine Befeuchtung der Maske hebe den Barriereschutz innerhalb von 20 Minuten auf. Sie müssten also regelmäßig gewechselt werden. Auch dass die Maske eng am Gesicht anliegt, ist wichtig.

Als Vorteil beim Mundschutz gilt, dass man sich weniger mit – möglicherweise kontaminierten – Fingern an Mund oder Nase berührt. So könnte man Schmierinfektionen vorbeugen.

Zusätzlichen Schutz vor einer Ansteckung für Gesunde bieten wohl nur spezielle Masken – sogenannte FFP3-Masken, schilderten Experten. Wichtig sei auch hier, sie richtig anzulegen und ausreichend oft zu wechseln. Solche Masken gelten allerdings für eine längere Nutzung im Alltag als wenig geeignet, da sie das Atmen erschweren können.

Quelle: dpa

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