Gesundheitsminister-TreffenBooster für alle, die wollen

Wer seine Corona-Impfung auffrischen will, soll von Ärzten auch geimpft werden. Das haben die Gesundheitsminister der Länder entschieden. Die Priorisierung wird aber nicht aufgegeben. Für Praxen sollen zudem die Lieferfristen wieder kürzer werden.

Lindau. Angesichts der verschärften Corona-Lage in vielen Regionen Deutschlands wollen Bund und Länder Auffrischimpfungen für alle Geimpften nach sechs Monaten ermöglichen. Diesen Beschluss fassten die Gesundheitsminister der Länder bei einem Treffen am Freitag (5.11.) in Lindau.

Der Beschluss liegt „Der Hausarzt“ vor. Demnach sollen Prioritär vulnerable Gruppen gemäß der STIKO-Empfehlung eine Auffrischung erhalten, etwa Pflegebedürftige oder medizinisches Personal. „Ergänzend können im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten und nach ärztlicher Beurteilung und Entscheidung Auffrischimpfungen grundsätzlich allen Personen angeboten werden, die diese nach Ablauf von sechs Monaten nach Abschluss der ersten Impfserie wünschen“, heißt es weiter im Beschluss.

„Boostern soll die Regel werden“

In erster Linie sehen Bund und Länder die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte als Anbieter für die Impfungen. Diese sollten weiter in die Regelversorgung überführt werden, so der Beschluss. Darüber hinaus sollen die niedergelassenen Ärzte in den Bundesländern unter anderem durch Impfbusse und mobile Teams unterstützt werden. „Boostern nach sechs Monaten sollte die Regel werden –  nicht die Ausnahme“, sagte Noch-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Für Hausärztinnen und Hausärzte stellt sich daher nun die Frage, wie viel Corona-Impfstoff sie ordern sollen. Mit dem Auffrischungsangebot für jeden wird die Nachfrage in den Praxen sicherlich wieder stark steigen. Derzeit für eine Boosterung in der EU zugelassen sind die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna.

Bei Moderna erfolgt die Auffrischung allerdings nur mit der halben Dosis verglichen mit der Grundimmunisierung. Ausgenommen sind hier immungeschwächte Patienten: Hier zählt die dritte Dosis zur Grundimmunisierung und erfolgt daher mit der vollen Dosis 0,5ml.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) will in den kommenden Wochen über eine Auffrischung für alle beraten. Das hatte Vorsitzender Prof. Thomas Mertens kürzlich angekündigt. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), STIKO sowie Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM) hatten zuletzt dafür plädiert, nur die gefährdeten Menschen zu boostern.

Bald wieder kürzere Lieferfristen

Zudem sollen die Lieferfristen für Corona-Impfstoffe in Deutschland so bald wie möglich von zwei auf eine Woche reduziert werden. Das Bundesgesundheitsministerium habe dazu entsprechende Verhandlungen mit dem Arzneimittelgroßhandel aufgenommen, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD).

„Sowohl die Arztpraxen als auch die mobilen Teams können damit flexibler auf die Nachfrage reagieren und die Booster-Impfungen noch einmal beschleunigen.“ Der bisherige Bestell- und Auslieferungsprozess soll allerdings beibehalten werden, heißt es in einem Schreiben von Jens Spahn und Kassenärztlicher Bundesvereinigung vom Freitag.

Update 5.11.: Schon ab 16. November können Praxen die nötige Menge Impfstoff wieder für die darauffolgende Woche ordern. Das teilte die KBV am Freitag (5.11.) mit. Wer Moderna ordert, sollte bei der Berechnung des Bedarfs die halbe Dosis (s.o.) berücksichtigen: Hier reicht dann ein Vial für 20 Auffrischungen mit je 0,25ml. Pro Vial erhalten Praxen 11 Spritzen und Kanülen, so die KBV. Wird für Auffrischimpfungen mehr Impfzubehör benötigt, muss dies mit der Lieferapotheke abgestimmt werden.

Eine raschere und flexiblere Lieferung hatten sowohl der Niedersächsische als auch der Bayerische Hausärzteverband jüngst gefordert. Dr. Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes und stellvertretender Bundesvorsitzender, warnte aber auch vor einer zunehmenden Belastung der Hausarztpraxen und rief die Bevölkerung zu mehr Infektionsschutz auf.

Hausärzte fordern Corona-Bonus für MFA

„Wir behandeln und testen in vielen Praxen deutlich mehr Patientinnen und Patienten, dazu kommen nun auch vermehrt Booster-Impfungen“, so Beier. „Wir erleben allerdings dabei auch eine wachsende Ungeduld der Menschen. Wir kommen aber an Belastungsgrenzen.“ [habox:ad] Das gelte vor allem für die Medizinischen Fachangestellten (MFA), die seit Monaten einen Hauptteil der Arbeit der Impfkampagne machten. „Die Hausärztinnen und Hausärzte haben kein Verständnis, dass die Politik den Medizinischen Fachangestellten keinen Corona-Pflegebonus gewährt“, kritisierte er.

Testpflicht für Pflegeheime geplant

Am Freitag einigte sich die Konferenz der Gesundheitsminister von Bund und Länder darüber hinaus auf eine Ausweitung der Testpflicht in Alten- und Pflegeheimen. Man wolle eine „Sicherheitsschleuse“ in den Heimen hinterlegen und dazu ein Bundesgesetz anschieben, sagte der Vorsitzende der Konferenz, Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU).

Demnach sollen etwa geimpfte oder genesene Besucher von Heimen zusätzlich zu Tests verpflichtet werden, die aber kostenlos sein sollen. Einen stärkeren Schutz der Heimbewohner hatte unter anderem DEGAM-Präsident Prof. Martin Scherer eingefordert. red

Quelle: dpa

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