Arzt-Patienten-KommunikationÄltere zum Impfen motivieren

Ältere Erwachsene sind durch Infektionskrankheiten besonders gefährdet. Wie gelingt eine gute Kommunikation zum Thema Impfungen?

Ältere Patienten sind durch Infektionen besonders gefährdet.

Die vierte Covid-19-Welle wurde im letzten Winter ganz entscheidend durch fehlende Impfungen angestoßen: Vom Robert Koch-Institut veröffentlichte Zahlen weisen darauf hin, dass fehlender oder lückenhafter Impfschutz den Großteil der Neuinfektionen verursacht [1].

Impfstoffe können Infektionskrankheiten wirksam vorbeugen, neben Covid-19 unter anderem saisonaler Influenza, Pneumokokken-Erkrankungen und Herpes-Zoster-Reaktivierungen. Ältere Patienten sind durch Infektionen bekanntermaßen besonders gefährdet.

Die Inanspruchnahme von Impfungen unterscheidet sich jedoch auch bei den Älteren je nach persönlicher Einstellung und anderen Faktoren. Die Kommunikation mit dem Hausarzt spielt in dieser Bevölkerungsgruppe bei der Entscheidung für oder gegen eine Impfung eine besonders wichtige Rolle.

Ein Cochrane Review untersuchte Erfahrungen von im Gesundheitswesen tätigen Personen bei der Kommunikation mit älteren Erwachsenen über Impfungen. Basierend auf den Ergebnissen dieser Studie wurde ein Fragenkatalog entwickelt, der auch Hausärzte unterstützen kann [2, siehe auch Kasten unten].

Fazit für die Hausarztpraxis

Entsprechend diesem Review [2] gibt es eine Reihe von Fragen, die den Hausarzt dabei unterstützen können, mit älteren Erwachsenen über Impfungen zu sprechen. Der Hausarzt sollte die Impfquoten-Ziele von Politik/öffentlichem Gesundheitsdienst und Robert Koch-Institut/STIKO kommunizieren und deutlich machen, welche Rolle ältere Erwachsenen hierbei spielen.

Von entscheidender Bedeutung ist seine Einschätzung, ob ältere Erwachsene die Entscheidung selbst treffen können oder wollen und welche Menge an Informationen sie wünschen. Zudem stellt sich die Frage nach der Verantwortung der Hausärzte, das Thema Impfung anzusprechen: Ist diese in der klinischen Praxis zur Routine geworden? Können sich Hausärzte überhaupt genügend Zeit nehmen, um mit älteren Personen über Impfthemen zu sprechen? Wird dieser Aufwand vergütetet?

Vor allem sollten Hausärzte auf Informationsmangel, eventuell vorhandene Fehlinformationen sowie Ängste und Bedenken bezüglich Impfstoffe eingehen. Auch die organisatorische und praktische Umsetzung von Impfangeboten wurde als relevanter Faktor identifiziert.

Der Hausarzt als Vertrauensperson der älteren Erwachsenen trifft hier auf lokaler Ebene Entscheidungen, die den weiteren Verlauf der Pandemie und auch anderer impfpräventabler Erkrankungen beeinflussen.

Interessenkonflikte: Die Autoren haben keine deklariert.

Literatur:

  1. Epidemiologisches Bulletin. Robert-Koch-Institut, 2021. www.hausarzt.link/5SuBg
  2. Glenton C, Carlsen B, Lewin S, Wennekes MD, Winje BA, Eilers R. Healthcare workers’ perceptions and experiences of communicating with people over 50 years of age about vaccination: a qualitative evidence synthesis. Cochrane Database of Systematic Reviews 2021, Issue 7. Art. No.: CD013706. DOI: 10.1002/14651858.CD013706.pub2. Accessed 13 December 2021. www.hausarzt.link/tgDNE
  3. Schmidt-Haghiri M, Schelling J. Evidenz für die Hausarztpraxis. Elsevier, 2021.
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