Viszeralmedizin: Praktisches für Magen und Darm

Aktuelle Fragestellungen des Fachgebiets wurden beim Kongress Viszeralmedizin 2018 in München diskutiert (12.–15.09.2018)

Aktuelle Fragestellungen des Fachgebiets wurden beim Kongress Viszeralmedizin 2018 in München diskutiert (12.–15.09.2018)
© Joel Carillet iStockphoto

Andreas Miller von der missionsärztlichen Klinik in Würzburg sieht viele Migrantinnen und Migranten mit Magenschmerzen.

Was Migranten auf den Magen schlägt

Bei solchen Beschwerden sollte man daran denken, dass in vielen Herkunftsländern die Prävalenz der Helicobacter-pylori(Hp)-Infektion besonders hoch ist. So liegt die Hp-Prävalenzrate im Iran bei 59 Prozent, in Pakistan bei 81 Prozent und in Nigeria gar bei 88 Prozent. Zum Vergleich: Die Prävalenzrate für Deutschland wird mit 35 Prozent angegeben.

Miller betont, dass zur Diagnose nicht grundsätzlich eine Gastroskopie nötig ist, zumal die Genehmigung über das Sozialamt Wochen dauern kann. Ein Hp-Nachweis im Stuhl-Antigen-ELISA-Test sei durchaus ausreichend. Mit Resistenzen gegen Clarithromycin und Metronidazol ist in dieser Population zu rechnen.

Daher sollte die Therapie bereits initial eine Quadrupel-Therapie oder kombinierte Vierfachtherapie sein. Wichtig ist, einen Dolmetscher hinzuzuziehen, wenn die Therapie erklärt wird, um die korrekte und genügend lange Antibiose zu gewährleisten. 2-3 Wochen nach Therapieende sollte eine Therapiekontrolle erfolgen.

Süßes fürs Analekzem

Der sterile Wundhonig Manuka Fill aus Neuseeland kann die Wundheilung bei Analekzem deutlich verbessern. Wie Dr. Joachim Muhl, niedergelassener Proktologe aus Herzogenrath, berichtete, ist dieser Honig ähnlich entzündungshemmend wie ein Antibiotikum.

In seiner Praxis hat Manuka Fill deshalb die Zinksalbe zur Behandlung des Analekzems vollkommen ersetzt. Die Anwendung begründete er mit den guten Erfahrungen von Verbrennungskliniken. Dort werden Verbrannte schon beim Eintreffen in die Klinik großflächig mit Manuka-Honig bestrichen, sagte Muhl.

Analgetisch wirksam ist der Wundhonig allerdings nicht, deshalb empfahl er die Anwendung einer Mischung von Manuka-Honig mit Xylocain. Irgendein Honig aus dem Bioladen ist nicht geeignet, betonte er zudem. Der Manuka-Honig ist nicht nur steril, er enthält auch in unterschiedlichen Mengen das antibakteriell wirksame Methylglyoxal, das bei der Honigproduktion auf Basis des Blütennektars der Südseemyrte entsteht.

Für die medizinische Anwendung sollte nur steriler Manuka-Honig mit der Pharmazentralnummer(PZN)-Nummer 10224841 verwendet werden, betonte Muhl.

Hoffnung bei Kinderwunsch und CED

Frauen mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) haben oft Angst, dass ein Kind die Erkrankung erben könnte, dass die CED-Medikamente in der Schwangerschaft die Leibesfrucht schädigen und die CED zur Frühgeburt führen könnte. Das begünstigt eine freiwillige Kinderlosigkeit, die häufig nicht gerechtfertigt ist, betonte Dr. Walldorf, der Leiter der Ambulanz für chronisch entzündliche Darmerkrankungen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Das Lebenszeitrisiko für eine CED bei erstgradigen Verwandten mit CED liegt bei fünf Pozent – Walldorf empfiehlt daher, den Patientinnen zu erklären, dass 95 Prozent der Kinder gesund sein werden. Frühgeburtlichkeit und Abort sind vor allem dann ein Problem, wenn keine stabile Remission vorliegt. Daher ist wichtig, vor der Konzeption eine Remission zu erreichen und zu halten.

Auch bei eingetretener Schwangerschaft sollte die Therapie fortgeführt werden, allerdings nicht mit dem teratogenen Methotrexat. Bewährt hat sich laut Walldorf die Anti-TNF-alpha-Therapie. Adalimumab ist nach aktueller Fachinformation sogar in der Stillzeit anwendbar.

Weil die biologische Uhr bei Patientinnen mit CED schneller tickt, rät Walldorf zu einem frühzeitigen Ansprechen der Familienplanung nach Diagnosestellung. Auch die chirurgische Therapie sollte einen etwa vorhandenen Kinderwunsch berücksichtigen. Ein Stoma ist kein Hinderungsgrund, betonte Dr. Walldorf.

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