Studien kommentiertKinder mit PBB schneller und effektiver behandeln

Eine neue Studie empfiehlt next-generation-sequencing-Methoden für eine frühere und gezieltere Behandlung von Kindern mit PBB.

Eine neue Studie empfiehlt next-generation-sequencing-Methoden für eine frühere und gezieltere Behandlung von Kindern mit PBB.
© kleberpicui - stock.adobe.com

Diese Studie vergleicht das Lungenmikrobiom von gesunden Kindern und Kindern mit PBB. Dafür wurden Bürstenabstriche von 24 Kindern mit PBB und 20 Kindern mit gesunden Atemwegen untersucht. Die Mikroorganismen in den Abstrichen wurden mit Hilfe der 16S-rRNA bestimmt und quantifiziert. Diese Ergebnisse wurden mit einer bakteriellen Standard-Kultur verglichen. Bei den PBB-Abstrichen war die Diversität der Mikroorgansimen reduziert. Zahlenmäßig überwogen Haemophilus, Neisseria, Streptococcus und Moraxella, nur Haemophilus und Neisseria waren signifikant mit PBB assoziiert.

Häufig identifizierte die Sequenzierung andere Mikroorgansimen als zahlenmäßig überlegen als die klassische Kultur. So wurde Neisseria mit Hilfe der Sequenzierung bei mehreren PBB-Abstrichen als der häufigste Mikroorganismus identifiziert, jedoch in keiner Plattenkultur gefunden. Das weist darauf hin, dass die Aussagekraft der klassischen Kulturmethoden beschränkt ist, besonders auch deswegen, weil Neisseria als Moraxella catarrhalis Pneumonie und COPD verursacht. Es fand sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen Rauchen und PBB, was an der kleinen Stichprobe liegen könnte.

Die Autoren fassen zusammen, dass das Lungenmikrobiom von Kindern mit PBB signifikant weniger Diversität zeigt als das gesunder Kinder. Sie führen das darauf zurück, dass Haemophilus, Neisseria, Streptococcus und Moraxella zahlenmäßig dominieren. Häufig konnte der durch Sequenzierung als überwiegend identifizierte Organismus in einer Kultur nicht gefunden werden. Die Autoren meinen, dass next-generation-sequencing-Methoden schnellere und effektivere Behandlung von PBB erlauben und das Risiko von Rückfällen verringern könnten.

Cuthbertson L et al.: The impact of persistent bacterial bronchitis on the pulmonary microbiome of children. PLoS ONE 2017 12 (12): e0190075. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0190075

Kommentar von Roland Müller-Waldeck

Die Studie legt nahe, dass die klinische Bakterienkultur nicht ausreicht um das Spektrum der bei PBB die Lunge besiedelnden Bakterien zu identifizieren und gut behandeln zu können. Doch ist die Fallzahl sehr gering, und damit die Aussagekraft der Studie begrenzt. Das könnte die Ursache dafür sein, dass nur Haemophilus und Neisseria signifikant mit PBB assoziiert waren und Rauchen nicht mit PBB assoziiert war.

Für wie zuverlässig halten Sie die Ergebnisse dieser Studie?

Dr. med Folke Brinkmann, Sprecherin der AG Infektiologie in der Pneumologie, Gesellschaft für pädiatrische Pneumologie:

Aus unserer Sicht erscheinen die Ergebnisse der Studie durchaus plausibel. Auch bei anderen chronischen Lungenerkrankungen im Kindesalter ist eine geringere Diversität der bakteriellen Population beschrieben worden. Die Zahl der Probanden ist nicht hoch, wird aufgrund der hohen Datenmengen jedoch für Mikrobiomanalysen zumeist als ausreichend angesehen.

Insbesondere Haemophilus influenzae spp sind in Mikrobiomanalysen wie auch in konventionellen Kulturen bei PBB, PCD oder Asthma als potenzielle Pathogene beschrieben worden (Hilty 2011, Bisgaard 2009).

Stimmen Sie damit überein, dass next-generation-sequencing-Methoden zu einer früheren, gezielteren und damit besseren Behandlung führen können?

Brinkmann: Next-generation- sequencing kann sicher wichtige Hinweise zur Dysbiosis der Atemwege geben. Noch weiter reichende Informationen auch beispielsweise zu viralen Erregern bieten High-throughput-untargeted-metagenome-sequencing- Methoden. Nichtsdestotrotz sollte auch die konventionelle mikrobiologische Diagnostik zur Anzucht vermehrungsfähiger Erreger parallel durchgeführt werden.

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