HormonersatztherapieBei Hormongabe entwickeln Frauen öfter Alzheimer

Eine Hormonersatztherapie kann das Risiko für Alzheimer steigern. Darauf deutet eine Studie hin. Aber auch die Art der Hormongabe ist entscheidend.

Eine Hormonersatztherapie kann das Risiko für Alzheimer steigern. Darauf deutet eine Studie hin. Aber auch die Art der Hormongabe ist entscheidend.
Eine Hormontherapie wird heute oft nur noch bei sehr schweren Wechseljahresbeschwerden erwogen.© highwaystarz - stock.adobe.com

Helsinki. Erhalten Frauen eine Hormonersatztherapie (HET), könnte dadurch ihr Risiko steigen, später an Alzheimer zu erkranken. Das legen Ergebnisse finnischer Wissenschaftler nahe, die in einer Fall-Kontroll-Studie Daten des finnischen Nationalregisters ausgewertet haben. [habox:ad]

Sie weisen darauf hin, dass das absolute Risiko zwar gering ist, Frauen aber trotzdem auf das erhöhte Alzheimerrisiko hingewiesen werden sollten, wenn sie eine Hormontherapie in Betracht ziehen.

Für die Studie identifizierten die Forscher alle postmenopausalen Frauen (84.739), bei denen in Finnland zwischen 1999 und 2013 Alzheimer diagnostiziert wurde. Jeder dieser Frauen wurde eine Frau im gleichen Alter und aus dem gleichen Krankenhausbezirk als Kontrolle gegenübergestellt. Bei 98,8 Prozent der Fälle wurde Alzheimer mit 60 Jahren oder später diagnostiziert. Mehr als jede Zweite (55,7 Prozent) war zum Zeitpunkt der Diagnose älter als 80.

Kein Unterschied zwischen Mono- und Kombitherapie

Bei einer systemischen Hormontherapie hatten Frauen ein um 9-17 Prozent erhöhtes Risiko für Alzheimer. Dabei machte es keinen signifikanten Unterschied, ob sie eine Monotherapie mit Estradiol oder eine Kombination von Östrogen und Progesteron erhielten. Hingegen blieb das Alzheimerrisiko unverändert, wenn Frauen Estradiol vaginal anwendeten.

Begannen Frauen eine Hormonersatztherapie vor dem 60. Lebensjahr, sei die Risikozunahme auf die Dauer der Therapie von über zehn Jahren zurückzuführen. Das Alzheimerrisiko sei hingegen unabhängig vom Alter der Frauen zu Behandlungsbeginn, folgern die Studienautoren. Die Stärke dieser Studie ist ihre sehr große Teilnehmerzahl. Da es sich jedoch um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich aus dem Ergebnis nicht auf einen kausalen Zusammenhang schließen. Diesen müsste eine randomisierte kontrollierte Studie untersuchen.

Die Wissenschaftler schätzen, dass pro Jahr neun bis 18 Alzheimerdiagnosen mehr je 10.000 Frauen zwischen 70 und 80 Jahren entdeckt werden. Insbesondere bei denjenigen, die mehr als zehn Jahre eine HET bekamen. Bisher liege die Inzidenz für Alzheimer in dieser Altersgruppe bei 105 pro 10.000 Frauen.

Überblick über Nutzen und Risiken

Während einer Hormonersatztherapie früher häufig bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzt wurde, herrscht in den letzten Jahren eher Zurückhaltung. Denn eine systemische Hormongabe ist mit vielen begleitenden Wirkungen assoziiert: Einen Überblick über Nutzen und Risiken hat Prof. Erika Baum in „Der Hausarzt“ zusammengestellt.

Quelle: Savolainen-Peltonen H et al.: Use of postmenopausal hormone therapy and risk of Alzheimer’s disease in Finland: nationwide case-control study. BMJ 2019;364:l665, http://dx.doi.org/10.1136/bmj.l665

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