Medizin kompaktMykosen der Füße und Nägel

Fuß- und Nagelpilz sind häufig beklagte Probleme. "Der Hausarzt" fasst alle wichtigen Aspekte von der Ursache über Symptome bis zur Therapie zusammen.

Erreger

  • Meist Dermatophyten wie Trichophyton-Arten, Mikro-sporum-Arten, Epidermophyton floccosum
  • Seltener Schimmelpilze wie Aspergillus, Fusarium
  • Bei Mischinfektionen der Nägel auch Hefepilze

Epidemiologie

Fußpilz

  • Häufigste Pilzerkrankung
  • Inzidenz 20 bis 80 Prozent

Nagelpilz

  • 20 bis 25 Prozent der Einwohner in den westlichen Ländern
  • 30 bis 45 Prozent der über 65-Jährigen

Ursachen

Prädisponierende Faktoren

  • Familiäre Disposition
  • Fußfehlstellungen
  • Benutzung öffentlicher Schwimmbäder, Duschen und Umkleideräume
  • Tragen enger, luftundurchlässiger Schuhe
  • Männliches Geschlecht
  • Traumen und wiederholte Mikrotraumen (z.B. durch enge Schuhe)
  • Periphere Neuropathie
  • Diabetes
  • Hyperhidrose
  • Durchblutungsstörungen
  • Reduzierte Immunabwehr
  • Für Nagelpilz: Pilzbefall der Füße

Ursachen

  • Ubiquitär vorkommende Pilze
  • Übertragung durch Schmier- oder Kontaktinfektion von Mensch zu Mensch z.B. beim Barfußgehen in öffentlichen Schwimmbädern und Umkleiden oder über gemeinsam benutzte Handtücher oder Teppiche

Symptome

Fußpilz

  • Dyshidrotischer Typ: Juckende, getrübte, unter Schuppenkrustenbildung abheilende Bläschen, vor allem im Fußgewölbe
  • Interdigitaler Typ: Trocken schuppende oder auch mazerierte, grau-weißliche, gequollene Haut, Erosionen, Rhagaden zwischen den Zehen
  • Mokassintyp: Meist trocken schuppende, weiße oder leicht gerötete, meist nicht randbetonte Plaques an der Fußsohle
  • Squamös-hyperkeratotischer Typ: Abgegrenzte, herdförmige, schuppende Hyperkeratosen, evtl. mit Rhagaden, vor allem an Fußrändern, Zehenspitzen, Fersen
  • Oligosymptomatischer Typ: Minimale Rötung der Zehenzwischenräume, Hyperkeratose mit feinlamellöser Schuppung an Fersen und Fußkanten, häufig auch Nagelpilz
  • Komplikationen: Erysipel, therapiebedingte Kontakt-allergie, Nagelpilz

Nagelpilz

  • Verdickung der Nagelplatte
  • Verfärbungen der Nägel
  • Atrophie der Nägel
  • Komplikationen: Onycholyse des Nagels

Diagnose

Pilznachweis

  • Per Mikroskopie oder in Kultur

Differenzialdiagnosen

  • Bei Fußpilz: Intertrigo, Candidose, hyperkeratotisch-rhagadiformes Fußekzem, Psoriasis vulgaris, Lichen planus, Dyshidrose, allergisches Kontaktekzem
  • Bei Nagelpilz: Nagelpsoriasis, Ekzemnägel, Lichen ruber, chronische Nageldystrophien

Therapie bei Fußpilz

Lokale Therapie

  • Wirkstoffe siehe Tab. 1

Systemische Therapie

Indikationen:

  • Entzündlich akzentuierte Dermatomykosen
  • Hyperkeratotische Tinea der Fußsohlen
  • Großflächige Tinea
  • Immunsuppression
  • Therapieresistenz oder Intoleranz gegenüber externen Antimykotika (Wirkstoffe siehe Tab. 1)

Therapie bei Nagelpilz

Lokale Therapie

  • Lokalisierter Befall: Nagelplatte aufrauen
  • Ausgedehnter Befall: Chemische Onycholyse, z.B. mit Bifonazol/Harnstoff-Kombination, Nagelaufweichpaste; alternativ Salicylsäure-haltige Pflaster
  • Lokaltherapie mit modernen Breitband-Antimykotika über einige Monate (Wirkstoffe Tab. 1)
  • Alternativ oder ergänzend Lasertherapie

Systemische Therapie

Indikationen:

  • Distale subunguale Onychomykose mit Befall von über 50 Prozent der Nagelplatte oder der Nagelmatrix
  • Distale subunguale Onychomykose an mehr als zwei Nägeln
  • Proximal subunguale Onychomykose
  • Tiefe weiße oberflächliche Onychomykose
  • Fehlendes Ansprechen auf eine topische Monotherapie nach sechs Monaten (Wirkstoffe siehe Tab. 1)

Weitere Maßnahmen und Prävention

  • Gutes Abtrocknen der Zehenzwischenräume
  • Tragen von Badeschuhen in Schwimmbädern, Saunen und Umkleideräumen
  • Benutzen desinfizierender Fußsprays in Schwimmbädern
  • Täglicher Wechsel der Strümpfe
  • Waschen von Strümpfen und Handtüchern bei 60 Grad Celsius oder unter Zusatz von Desinfektionsmitteln
  • Desinfektion der Schuhe
  • Reinigung von Teppichböden und Fußbodenbelägen
  • Vermeiden von einengenden und luftundurchlässigen Schuhen und/oder Strümpfen.

Quellen:

Nenoff P et al. JDDG 2014;12:749-778

Brasch J. Hautarzt 2012;63:390-395

Altmeyers Enzyklopädie, www.enzyklopaedie-dermatologie.de; abgerufen am 3. Februar 2020

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