Zu guter LetztSerie Heilsam: “Meine ländlichen Patienten”

Der Allgemeinarzt Dr. Horst Schüler berichtet in dem Buch „Heilsam“ über seine Erfahrungen aus der Hausarztpraxis. Im Kapitel „DOKTORSArbeit“ beschreibt er seine Beobachtungen mit verschiedenen Patientengruppen und -typen. Auszüge daraus haben wir für Sie in dieser Serie zusammengestellt.

Meine ländlichen Patienten, die auf Bauernhöfen leben, im Bereich der Landwirtschaft oder zumindest dörflich, haben mir selten von Idyllen in Ihrem Zuhause berichtet. Die Kontrolle des Einzelnen durch die enge Gemeinschaft kann unfrei und unehrlich machen. Das ist gänzlich anders als in der anonymeren Stadt. Auf Höfen wohnen mehrere Generationen unter einem Dach. Diese Geborgenheit müssen alle Familienmitglieder mit weitgehender persönlicher Selbstaufgabe und Kontrolle bezahlen. Bei Hausbesuchen sind Arzt und Pfarrer vollauf mit dem Glätten von Wogen beschäftigt. Das gesunde Landleben ist eine schöne Vorstellung.

Auch in gesundheitlicher Sicht ist dies nicht zutreffend. Allen Studien zum Trotz ist das Leben auf dem Land nicht gesund. Die Landbevölkerung leidet unter einem hohen Maß an Pollenflug. Von den Feldern wehen mit der Erde viele Bestandteile von Tierfedern, Tierexkrementen, von Düngemitteln, Pestiziden und Keimen aus dem Naturdung in die Wohnbereiche und erhöhen die Luftbelastung. Besonders belastend ist die Wohnlage in der Nähe von Geflügelfarmen. Dort werden die Ställe regelmäßig mit Gebläsen gereinigt, die feinste Federbestandteile in die Luft und auf die Felder blasen. Die menschliche Lunge nimmt diese Fremdkörper auf und kann sie nicht mehr loswerden. Die chronische Bronchitis ist auf dem Land häufig. In der Nähe von Biogasanlagen werden Abfallschlämme auf dem Land ausgebracht, deren Schädlichkeit für die Wildtierwelt bereits bekannt ist. Hinzu kommen gefährliche Erreger von Mäusen wie das Hantavirus und viele Keime aus der Tierzucht. Die Belastung mit Gerüchen ist dabei noch das kleinste Übel.

Allergien sind auf dem Land trotz der Stoffbelastung seltener als in der Stadt. Das liegt nach neueren Untersuchungen an zwei definierten Keimen aus Kuhställen, deren früher Kontakt zu Kleinkindern die Entstehung von Allergien seltener macht… Dreck allein macht also nicht immun und die Hygiene ist nach wie vor ein hohes Gut. Die gesündesten Kinder sind die Stadtkinder, sofern der Feinstaubgehalt der Luft und der Elektrosmog in Grenzen gehalten werden können. In Münster (Westfalen), Warendorf (Westfalen) und in Mecklenburg-Vorpommern (Raum Waren) können die Kollegen Hausärzte und Kinderärzte die obigen Beobachtungen sehr gut nachvollziehen. Schöne Landwelt findet besser und eher im Garten statt.

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