Zu guter LetztAlexander Fleming

Alexander Fleming studierte ab 1902 an der Medical School von Saint Marys Hospital in Paddington Medizin. Er blieb dort auch nach Ende des Studiums 1906 am Bakteriologischen Institut unter der Leitung von Prof. Charles Wright, wurde 1921 dessen Stellvertreter und ab 1946 Direktor. Ab 1948 wurde das Institut umbenannt in Wright-Flemming Institut. Von 1928 bis 1948 hatte Flemming an der Londoner Universität einen Lehrstuhl für Bakteriologie inne.

In seinen jungen Forscher-Jahren beschäftigte er sich mit der Isolierung von Autovaccinen. 1921 fand er das Lysozym, welches in Hühnereiweiß und in zahlreichen menschlichen Sekreten vorkommt und Bakterien töten kann (1). Am 28. September 1928 kam Fleming aus einem Urlaub zurück und entdeckte im Labor eine Petrischale mit einer Staphylokokken-Kultur, die er vor seinem Urlaub versehentlich nicht in den Kühlschrank gestellt hatte. Sie war ungleichmäßig verschimmelt mit dem Pinselpilz penicillium notatum. An den Stellen mit der stärksten Schimmelbildung war das Wachstum der Bakterien am deutlichsten unterdrückt.

Diese Beobachtung als Folge einer Labor-Schlamperei veröffentlichte Fleming und knüpfte daran die Vermutung, der Schimmelpilz bilde eine Substanz, die in der Lage sei, Bakterienwachstum zu hemmen. 1932 beschrieb Fleming dann den Nachweis der bakteriziden Wirkung von Schimmelpilzextrakt und dessen fehlende Toxizität für Menschen. Die Reindarstellung des Penicillins und damit die Vorbereitung der Industrieproduktion erfolgte aber erst ab 1940 in einer Arbeitsgruppe unter Ernst Chain und Howard Florey in Oxford (2).

Die Chemotherapie machte zu dieser Zeit Fortschritte. Seit 1910 wurde Salvarsan erfolgreich gegen die Lues eingesetzt, und 1932 entwickelte Gerhard Domagk in Deutschland die Sulfonamide.

Vor 75 Jahren, am 12. Februar 1941, wurde der erste Patient, ein 43-jähriger Polizist aus London, mit Penicillin behandelt, weil er nach einem Schnitt mit einer Rasierklinge eine "Blutvergiftung" bekommen hatte. Man konnte ihn nicht retten, weil die verfügbare Penicillinmenge dafür noch nicht ausreichte.

"Der Siegeszug des Penicillins und damit die eigentliche Antibiotika-Ära begannen ab 1942. Spektakulär waren die Erfolge in der Behandlung der Gonorrhö. In Großbritannien verhinderten die Kriegsverhältnisse zunächst die industrielle Herstellung in größerem Ausmaß. So wurde das erste von der Oxford-Gruppe isolierte Penicillin G in den USA großtechnisch gewonnen. Die komplizierten Probleme der Massenherstellung löste man hier erstaunlich schnell.

Fleming starb am 11. März 1955 in London an einem Herzinfarkt und wurde in der Londoner St. Paul’s Cathedral beigesetzt.

Entdecker des Penicillins

Für seine Entdeckung erfuhr Fleming vielfache weitere Ehrungen. 1944 wurde er geadelt. Weiterhin war er Ehrendoktor von zwölf amerikanischen und europäischen Universitäten, Kommandeur der französischen Ehrenlegion und Ehrendirektor der Universität Edinburgh.

Literatur:

    1. Proceedings of the Royal Society of London. Series B, Containing Papers of a Biological Character, Vol. 93, No. 653 (May 1, 1922), pp. 306-317.
    1. Christof Goddemeier: Alexander Fleming (1881–1955): Penicillin. In: Deutsches Ärzteblatt, Bd. 103 (2006), H. 36, S. A2286
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