Komplexe perianale Fisteln bei Morbus CrohnStammzelltherapie als Chance

Perianale Fisteln sind eine häufige Komplikation des Morbus Crohn. Diese sind oft schwer zu behandeln und beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen erheblich. Für erwachsene Patienten mit komplexen perianalen Fisteln bei Morbus Crohn steht seit 2018 eine innovative Stammzelltherapie zur Verfügung.

Bei bis zu 28% der Patienten mit Morbus Crohn treten innerhalb von 20 Jahren nach der Diagnose perianale Fisteln auf. Schmerzen und die unkontrollierte Sekretion über die Verbindungsgänge zwischen Enddarm und der Haut rund um den Anus machen die Fisteln zu einer großen Belastung für die Betroffenen. Etwa drei Viertel der Fisteln sind komplexer Natur und stellen eine besondere therapeutische Herausforderung dar, da sie häufig refraktär gegenüber konventionellen Strategien sowie gegenüber Biologika sind. Bei chirurgischen Interventionen besteht außerdem das Risiko einer Stuhlinkontinenz [1], [2].

Oberstes Therapieziel ist die dauerhafte Abheilung der Fistel und die Vermeidung der Stuhlinkontinenz [2]. Dafür ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Gastroenterologen, Viszeralchirurgen, Koloproktologen sowie Ärztinnen und Ärzten anderer Fachrichtungen unverzichtbar [3]. Doch trotz verfügbarer Behandlungsoptionen waren die Erfolge bisher oft nicht zufriedenstellend, sodass Bedarf an neuen Therapieoptionen bestand [1].

Erste allogene Stammzelltherapie bei komplexen perianalen Crohn-Fisteln

Seit 2018 ist in Deutschland eine innovative und insbesondere sphinkterschonende Behandlungsmöglichkeit – die Stammzelltherapie mit Alofisel® (Darvadstrocel) – verfügbar. Die aus menschlichen Fettzellen gewonnenen, expandierten, allogenen, mesenchymalen, adulten Stammzellen können aufgrund ihrer immunmodulatorischen und antiinflammatorischen Eigenschaften die Heilung von geschädigtem perianalem Gewebe fördern [4], [5]. Dazu werden sie nach der Vorbereitung der Fisteln unter Operationsbedingungen lokal rund um die interne Fistelöffnung und das umliegende Gewebe des Fistelgangs injiziert [4]. Zulassungsrelevant waren die Ergebnisse der Studie ADMIRE-CD, die Wirksamkeit und ­Sicherheit der Stammzelltherapie bei erwachsenen Patienten mit komplexen perianalen Crohn-Fisteln bis Woche 104 belegten [1], [2], [6]. Die Behandlung mit Darvadstrocel wird in q­ualifizierten Anwenderzentren durchgeführt. Mehr über perianale Crohn-Fisteln und die Stammzelltherapie unter:

www.takeda-gastroenterologie.de

Literatur

  1. Panés J et al: Lancet 2016;388(10051):1281–1290
  2. Panés J et al: Gastroenterology 2018;154:1334–1342.e4
  3. Yassin NA et al: Aliment Pharmacol Ther 2014;40(7): 741–749
  4. Fachinformation Darvadstrocel (Alofisel®), Stand: Januar 2020
  5. Garcia-Olmo D et al: World J Gastroenterol 2015;21(11): 3330–3336
  6. Spinelli A et al: Abstract #1614, European Colorectal Congress, Dezember 2019, St. Gallen/Schweiz

Basistext

Alofisel® 5 Millionen Zellen/ml Injektionssuspension

Wirkstoff: Darvadstrocel. Zusammensetzung: Dieses Arzneimittel enthält Zellen menschlicher Herkunft. Jede Durchstechflasche enthält eine Suspension aus 30 Millionen Zellen (eASC) in 6 ml Lösung, was einer Konzentration von 5 Millionen Zellen/ml entspricht. Sonstige Bestandteile: Dulbecco’s Modified Eagl’s Medium (DMEM) (enthält Aminosäuren, Vitamine, Salze und Kohlenhydrate). Humanalbumin. Anwendungsgebiete: Alofisel ist zur Behandlung von komplexen perianalen Fisteln bei erwachsenen Patienten mit nicht-aktivem/gering-aktivem luminalen Morbus Crohn indiziert, wenn die Fisteln unzureichend auf mindestens eine konventionelle oder biologische Therapie angesprochen haben. Alofisel sollte nur nach der Vorbereitung der Fistel angewandt werden (siehe Fachinformation Abs. 4.2). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen das Arzneimittel, gegen Rinderserum oder gegen einen der sonstigen Bestandteile. Nebenwirkungen: Häufig: Analabszess, Proktalgie*, Analfistel, eingriffsbedingte Schmerzen* (*Reaktionen auf die Vorbereitung, die bis zu sieben Tage nach der Reinigung der Fistel zur Verabreichung der Behandlung auftraten). Wechselwirkungen sowie weitere Hinweise: siehe Fachinformation. Verschreibungspflichtig. EU-Zulassungsinhaber: Takeda Pharma A/S, Taastrup, Dänemark Kontaktadresse d. Pharm. Unternehmens in Deutschland: Takeda GmbH, Byk-Gulden-Straße 2, 78467 Konstanz, Tel.: 0800 8253325, medinfo@takeda.de. Stand: 04/2019

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