Lokal wirksames Antibiotikum stoppt die Reisediarrhö

Dieser Artikel ist erschienen inDer Hausarzt 20/2019Seite 72DownloadPDF-Dokument1 Seite(n)Größe: 70,09 kB
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Die Empfehlung “Peel it, cook it or forget it” zur Prophylaxe einer Reisediarrhoe wird in ihrer Wirksamkeit deutlich überschätzt. “Es kommt auch bei solchen Vorsichtsmaßnah-men häufig doch zum Auftreten einer Reisediarrhoe”, betonte Prof. Tomas Jelinek, Berlin, bei einem Pressegespräch der Dr. Falk Pharma in Frankfurt. Das kann die Urlaubsfreude erheblich beeinträchtigen und das Fortsetzen der geplanten Reiseroute, die Aktivitäten bei Geschäftsreisen oder sogar die anstehende Rückreise unmöglich machen. In einer solchen Situation ist eine Selbstmedikation möglich, sofern nicht eine schwere Diarrhö mit Dysenterie vorliegt, die vom Arzt behandelt werden sollte.

Eine neue Option zur Therapie der Reisediarrhö stellt Relafalk® mit dem Wirkstoff Rifamycin SV dar. Dieser wird aufgrund der besonderen galenischen Darreichung mittels der Multi-Matrix-Technologie (MMX®) pH-abhängig und verzögert im terminalen Ileum und im Kolon freigesetzt. Das somit lokal wirksame Antibiotikum wird kaum resorbiert und wirkt direkt am Ort der Erkrankung.

Klinische Studien haben laut Prof. Robert Steffen, Zürich, eine dem Placebo signifikant überlegene Wirksamkeit (Verkürzung der Zeit bis zum letzten ungeformten Stuhl) dokumentiert, bei zugleich guter Verträglichkeit. In einer weiteren Studie hat sich Rifamycin SV-MMX® in seiner Wirksamkeit Ciprofloxacin ebenbürtig erwiesen. Die Nebenwirkungsrisiken sind dabei nicht höher als bei Placebo. “Wir empfehlen daher bei der moderaten Reisediarrhö nunmehr die Selbstmedikation mit minimal resorbierbaren Antibiotika wie Rifamycin, eventuell in Kombination mit einem Motilitätshemmer oder Antisekretorika”, so Steffen. Er hob zugleich hervor, dass unter Rifamycin SV eine signifikant geringere Rate einer neuen Kolonisierung durch resistente Bakterien wie ESBL-PE (Extended-Spectrum-Betalaktamasen bildende Bakterien) als unter Ciprofloxacin resultiert.

Topisches Rifamycin für die Reiseapotheke

Interview mit Professor Dr. Robert Steffen, Zürich

Herr Professor Steffen, welche Bedeutung hat die Reisediarrhö?

Prof. Steffen: Die Reisediarrhö ist eine sehr relevante Gesundheitsstörung. Das Risiko zu erkranken ist abhängig vom Reiseziel, von der Dauer des Aufenthalts und auch vom Reisestil. Kommt es zu einer moderaten bis schweren Reisediarrhö, so stellt das oft eine massive Beeinträchtigung dar, da die geplanten Aktivitäten durch die Diarrhö nicht mehr möglich sind. Das ist vor allem bei Rundreisen in der Gruppe, aber auch bei Geschäftsreisen ein großes Problem.

Wann besteht ein Therapiebedarf?

Prof. Steffen: Ein Therapiebedarf besteht bei den moderaten und schweren Fällen, bei denen die Reisepläne beeinträchtigt werden, sei es, weil Ausflüge nicht möglich sind oder, was keinesfalls selten ist, weil der Reisende am Abreisetag nicht nach Hause zurückfliegen kann.

Wann ist eine Selbstmedikation gerechtfertigt und wie geht man vor?

Prof. Steffen: Eine Selbstmedikation ist gerechtfertigt, wenn die Mobilität durch die Reisediarrhö beeinträchtigt ist und die Reise nicht wie geplant fortgesetzt werden kann, aber keine Dysenterie vorliegt. Mit Rifamycin SV-MMX® ist jüngst ein Antibiotikum verfügbar geworden, das direkt im Darm wirksam ist, kaum resorbiert wird und bei dem daher kaum ein Risiko für systemische Nebenwirkungen besteht. Damit eignet sich das Präparat gut zur Selbstmedikation und ist den früher propagierten systemischen Antibiotika vorzuziehen. Meines Erachtens sollte Rifamycin SV-MMX® vor Aufenthalten in Entwicklungsländern für jede Reiseapotheke in Erwägung gezogen werden.”

Herr Professor Steffen, vielen Dank für das Gespräch.

 

Quelle: Launch-Pressekonferenz “Relafalk®: Innovative Galenik ermöglicht gezielte Therapie der Reisediarrhoe” am 25.10.2019 in Frankfurt, veranstaltet von Dr. Falk Pharma

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