EditorialVersorgung nicht zerstückeln!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

manche Dinge ändern sich nie. Was im Leben nicht zwangsläufig schlecht sein muss, bedeutet in der Gesundheitspolitik jedoch meist nichts Gutes. Vor allem dann, wenn die KBV ihre Finger im Spiel hat.

Immer wieder werden wir Hausärzte mit der Situation konfrontiert, dass unsere Kompetenzen infrage gestellt werden. Immer wieder wird versucht, Aufgaben aus den hausärztlichen Praxen herauszulösen und in den fachärztlichen Bereich einzugliedern. Das wäre ja vielleicht noch nachvollziehbar, wenn es die Versorgung in irgendeiner Weise verbessern würde und die Patienten davon profitieren könnten. Das ist jedoch schlichtweg nicht der Fall! In der Regel sind vielmehr honorartaktische Erwägungen der Ausgangspunkt für derartige Spielchen.

Aktuelles Beispiel ist die Diskussion um die Geriatrie. Hierzu hat die KBV kürzlich ein eigenes Konzept vorgestellt. Das sieht vor, dass zukünftig so genannte "Geriatrische Schwerpunktpraxen" stärker in die Versorgung betagter Patienten eingebunden werden sollen. Zum "Geriatrieexperten" kann laut KBV-Konzept dann jeder werden, der die 18-monatige Zusatzweiterbildung Geriatrie besucht. Ob derjenige Hausarzt, Orthopäde oder Gehirnchirurg ist, spielt in den allermeisten Ländern keine Rolle. Erfahrung in der Langzeitbetreuung von Patienten ist aus Sicht der KBV also bestenfalls zweitrangig.

Für die betroffenen Patienten würde das vor allem bedeuten, dass sie aus ihren gewohnten hausärztlichen Versorgungsstrukturen herausgerissen würden. Statt weiterhin von ihrem Hausarzt betreut zu werden, den sie in der Regel seit vielen Jahren kennen und der mit ihrer Krankheitsgeschichte und ihrem sozialen Umfeld vertraut ist, würden sie nun von Arzt zu Arzt gereicht werden. Uns Hausärzten geht dabei noch mehr wertvolle Zeit verloren, weil wir ständig den Informationen über die Diagnosen und Verordnungen der Kollegen hinterher laufen müssten.

Jetzt könnte man denken, dass die KBV-Verantwortlichen die Folgen ihres Konzeptes schlichtweg falsch einschätzen und sich durch gute Argumente von ihrem Vorhaben abbringen lassen. Die Realität ist jedoch eine andere. Was hier versucht wird, ist die Einführung des Facharztes für Geriatrie durch die Hintertür. Hinter den Kulissen arbeiten entsprechende Fachgesellschaften schon lange darauf hin. Dafür ist man offensichtlich gewillt, im Zweifel auch eine weitere Zerstückelung der Versorgung in Kauf zu nehmen.

Unser Verband wird diese Irrfahrt der ärztlichen Selbstverwaltung nicht widerspruchslos hinnehmen!

Mit kollegialen Grüßen

Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender Deutscher Hausärzteverband e.V.

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