LeitantragRegierung muss bei Hausarzt-Plänen nachbessern

Die Delegierten des Deutschen Hausärzteverbandes stellen dem Koalitionsvertrag ein durchmischtes Zeugnis aus: Neben guten Noten droht in zwei Fällen ein "blauer Brief". Für die Versetzung sollen Union und SPD nachsteuern.

Sylt. Die Bundesregierung sollte ihre im Koalitionsvertrag festgesteckten Pläne in Sachen hausärztlicher Versorgung überdenken. Reformen zur Stärkung – etwa die zügige Umsetzung des Masterplans Medizinstudium 2020 oder eine bessere Vergütung der sprechenden Medizin – sollten nun „zeitnah und mit Nachdruck“ umgesetzt werden, konterkarierende Vorhaben wie die Ausweitung der Sprechstundenzahl sollten hingegen fallengelassen werden. Einen entsprechenden Leitantrag haben die Delegierten des Deutschen Hausärzteverbandes am Samstagvormittag (21. April) einstimmig verabschiedet.

Die Delegiertenversammlung hat Bund und Länder, Selbstverwaltung, Kassen sowie Universitäten darin aufgefordert, wie im Koalitionsvertrag festgehalten

  • den Masterplan Medizinstudium 2020 zügig umzusetzen,
  • hausärztliche Versorgung und sprechende Medizin besser zu vergüten,
  • eine sinnvolle Digitalisierung zu fördern und
  • eine Strategie zum Bürokratie-Abbau zu erarbeiten.

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen scheitere bislang unter anderem an einer flächendeckenden Internet-Infrastruktur – eine Grundvoraussetzung. „Hier herrscht dringender Handlungsbedarf“, konstatiert der Antrag. Um die Digitalisierung nach hausärztlichen Interessen aktiv mitzugestalten, haben die Delegierten zwei weitere Anträge zu Patientenakte und Fernbehandlungsverbot beschlossen.

Scharfe Kritik an Sprechstunden-Ausweitung

Deutliche Kritik hingegen richtet der Verband an zwei Vorhaben im Koalitionsvertrag: die geplante Ausweitung der Sprechstundenzahl von 20 auf 25 Stunden pro Woche sowie die Terminvermittlung über die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen. Von diesen Vorhaben solle die Regierung „Abstand nehmen“.

Die Ablehnung des Sprechstunden-Plus von fünf Stunden pro Woche wird durch einen weiteren, allein dieses Thema aufgreifenden Antrag unterstrichen. Die Forderung sei „reine Symbolpolitik“, heißt es in der Begründung. Angeführt wird eine Studie des Zentralinstituts für die vertragsärztliche Versorgung (ZI), nach der Hausärzte im Schnitt 53 Stunden pro Woche arbeiteten. Auch eine Umfrage von „Der Hausarzt“ zeigt, dass das Gros der Leser bereits mehr als 30 Stunden Sprechzeit pro Woche anbietet (mehr dazu in „Der Hausarzt“ 8).

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