Telematik-InfrastrukturKriedel kündigt Nachverhandlungen mit Kassen an

Ärzte sollen nicht den Schaden haben, wenn es bei der Telematik-Infrastruktur hakt. Das hat KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel am Freitag (2. März) vor der Vertreterversammlung betont – und zwei konkrete Schritte der KBV in Aussicht gestellt.

Berlin. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) will in Sachen Telematik-Infrastruktur tätig werden. So wolle man einerseits „sofort in die Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband einsteigen, um die aktuellen Marktpreise bei der Finanzierung der TI-Komponenten zu berücksichtigen“. Außerdem werde die KBV mit der Politik das Gespräch suchen, um eine Fristverlängerung um ein weiteres halbes Jahr bis Mitte 2019 zu erwirken. Das kündigte KBV-Vorstand Dr. Thomas Kriedel vor der Vertreterversammlung am Freitag (2. März) an. „Nicht die Vertragsärzte sind schuld an dieser Verzögerung, sondern es ist der Markt, der aktuell nicht liefern kann“, erklärte Kriedel deutlich.

Davon abgesehen laufen laut Kriedel bereits die Nachverhandlungen für Kartenterminals, wenn eine Praxis Zweit- oder Drittgeräte benötigt.

Mit Blick auf die Anbindung der Praxen an die Telematik-Infrastruktur zog Kriedel ein nüchternes Fazit. Nach wie vor gebe es nur Konnektoren einer einzigen Firma, weitere seien zwar angekündigt, aber faktisch nicht vorhanden. „Unsere Marktanalyse aus den zum jetzigen Zeitpunkt verfügbaren Informationen hat ergeben, dass im dritten Quartal 2018 voraussichtlich kein Angebot verfügbar sein wird, das die Refinanzierung der TI-Komponenten sichert.“ Daraus ergebe sich für Praxen ein Preisrisiko angesichts der auslaufenden Förderbeträge, aber auch ein Sanktionsrisiko, wenn das Versichertenstammdatenmanagement nicht – wie aktuell vorgesehen – ab 1. Januar 2019 über die TI durchgeführt wird.

Bezüglich der Einführung einer elektronischen Patientenakte forderten Vorstand und VV ein zügiges Umsetzungstempo. Die gesetzlich vorgesehenen Komponenten wie Arztbriefe, Notfalldaten und Medikationsplan seien dabei nicht ausreichend: „Wir wollen zusätzlich den elektronischen Impfpass, eine Integration von Pflegeakten sowie einen Bereich für Akteninhalte, in dem Informationen über hochsensible Diagnosen enthalten sind, beispielsweise bei psychischen Erkrankungen“, betonte Kriedel.

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