Europäische ImpfwocheHausärzteverband fordert digitalen Impfpass

Eine Aktionswoche soll aktuell europaweit für die Bedeutung von Impfungen sensibilisieren. Hausärztechef Ulrich Weigeldt sieht hier eine klare Chance der Digitalisierung - in Form eines digitalen Impfpasses innerhalb der Patientenakte.

Berlin. Anlässlich der in dieser Woche stattfindenden Europäischen Impfwoche fordert der Deutsche Hausärzteverband verstärkte Anstrengungen zur Steigerung der Impfquoten. Neben einer besseren Koordination der Behandlungen zählt dazu auch ein digitaler Impfpass. Dieser könne dazu beitragen, dass bestehende Impflücken schneller und zuverlässiger erkannt werden. „Bisher ist es so, dass jeder Patient mit dem kleinen gelben Impfausweis von Arzt zu Arzt geht. Dieser wird natürlich häufig vergessen oder verloren“, erklärte Bundesvorsitzender Ulrich Weigeldt am Dienstag (24. April). „Hier wäre ein flächendeckender digitaler Impfpass als Teil einer digitalen Patientenakte eine große Erleichterung. Das wäre ein ganz konkreter Mehrwert in der Praxis und für die Patienten.“

Auch wies Weigeldt darauf hin, dass durch ein Primärarztsystem, in welchem der Hausarzt erster Ansprechpartner bei allen medizinischen Beschwerden ist, die Impfquoten nachweislich gesteigert werden können.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte im Vorfeld der Impfwoche eine bessere Kooperation bei der Masernimpfung gefordert. „Ärzteschaft, Schulen, Kitas, Betriebe, Behörden und natürlich die Eltern müssen noch besser zusammenarbeiten“, sagte er. Hieran anknüpfend, könnten Hausärzte eine wichtige Schlüsselfunktion einnehmen.

Impfskeptiker und mangelnde Koordination

„Im Hinblick auf die zu niedrigen Impfquoten in Deutschland haben wir mit zwei zentralen Problemen zu kämpfen: Zum einen haben wir es mit einer kleinen, aber hartnäckigen Gruppe von Impfskeptikern zu tun, die sich schlichtweg weigern, wissenschaftliche Fakten anzuerkennen. Das ist aus meiner Sicht verantwortungslos“, erklärte Hausärztechef Weigeldt.

„Zum anderen haben wir das Problem, dass beispielsweise bei der Masernimpfung die Quote bei der ersten Impfung zwar jenseits der 95 Prozent liegt, bei der wichtigen zweiten dann aber nur noch bei knapp 92 Prozent. Dies geht aus einer aktuellen Untersuchung des Robert Koch-Instituts hervor.

In solchen Fällen sei weniger eine generelle Impfskepsis das Problem, sondern eher eine mangelhafte Koordination, unterstrich Weigeldt.

Mecklenburg-Vorpommern auf Platz eins

Gute Nachrichten gab es zum Start der Aktionswoche unterdessen aus Mecklenburg-Vorpommern: Die Impfquote bei den Schulanfängern im Land ist nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lagus) bundesweit die höchste. Erstmals nahm das Land bei allen 16 dokumentierten Impfungen von Erstklässlern des Jahrgangs 2016/2017 den ersten Platz ein, wie Lagus-Chef Heiko Will mit Blick auf die noch bis kommenden Sonntag dauernde 13. Europäische Impfwoche berichtete. Diesen Spitzenplatz dokumentierten die Impfausweise, die von den landesweit knapp 15.000 Kindern vorgelegt wurden.

„Besonders erfreulich ist, dass Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg als einzige Bundesländer die für die Masern-Elimination geforderte Impfquote von 95 Prozent erreichen“, sagte Will. 95,8 Prozent aller Erstklässler waren demnach zweimal gegen Masern geimpft.

Ziel: Für Impfungen sensibilisieren

2017 wurden bundesweit insgesamt 929 Masern-Fälle registriert.

Die Europäische Impfwoche 2018 findet vom 23. bis 29. April statt. Initiator ist die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Zielsetzung der Europäischen Impfwoche besteht darin, durch Sensibilisierung von Eltern und Betreuern, Gesundheitsberufen, politischen Entscheidungsträgern und Medien für die Bedeutung von Impfungen höhere Durchimpfungsraten zu erreichen.

Quelle: dpa

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